Sechs Monate Neuseeland. Eine neue Schule, eine neue Gastfamilie, neue Freunde und mehr als 18.000 Kilometer von zu Hause entfernt. Als ich mich für ein Auslandssemester entschieden habe, war ich vor allem gespannt darauf, wie es sein würde, für längere Zeit in einem komplett anderen Land zu leben.
Für meinen Sprachaufenthalt bin ich mit IE (international Experience) nach Neuseeland gegangen. Das Prozedere war dabei eigentlich einfacher, als ich zunächst gedacht hatte. Gemeinsam mit IE habe ich meinen Aufenthalt geplant, eine passende Schule und Gastfamilie ausgewählt und die notwendigen Vorbereitungen für die Reise getroffen. Die ersten Tage waren natürlich ungewohnt: eine neue Umgebung, neue Menschen und plötzlich ein Alltag, der ganz anders aussah als zu Hause. Gleichzeitig war genau das auch das Spannende daran.
Auch die Kosten sind natürlich ein wichtiger Punkt, wenn man über einen solchen Aufenthalt nachdenkt. Ein Stipendium ist in der Form, in der ich meinen Aufenthalt gemacht habe, leider nicht möglich. Die Kosten liegen je nach Programm, Aufenthaltsdauer und weiteren Faktoren ungefähr zwischen 5.000 und 20.000 Euro.
Ein neues Zuhause
Während meines Aufenthalts lebte ich bei einer Gastfamilie in Auckland. Ich hatte dort zwei Gastgeschwister und habe relativ zentral gewohnt. Dadurch hatte ich viele Möglichkeiten, selbstständig unterwegs zu sein und mich mit Freunden zu treffen.
Natürlich ist es am Anfang ungewohnt, plötzlich mit Menschen zusammenzuleben, die man vorher noch nie getroffen hat. Jede Familie hat ihre eigenen Gewohnheiten und ihren eigenen Alltag. Aber man gewöhnt sich erstaunlich schnell daran und findet seinen Platz.
Ich glaube, genau das gehört zu einem Austausch dazu: Man lernt nicht nur ein neues Land kennen, sondern erfährt auch, wie unterschiedlich gelebt wird im positiven sowie leider auch negativen.
Eine neue Schule
Ich besuchte während meines Aufenthalts das Western Springs College in Auckland. Auch der Schulalltag war teilweise ganz anders als in Liechtenstein.
Besonders gefallen hat mir die grosse Auswahl an Fächern, und mein Tipp wäre es, dieses Angebot auch auszunutzen und alles zu versuchen. Auch wenn einem ein Fach einmal keinen Spass macht, ist das überhaupt nicht schlimm. Man kann es ausprobieren und danach immer noch etwas anderes wählen.
Auch mein Englisch hat sich durch die Schule und den Alltag ganz automatisch verbessert. Wenn man jeden Tag Englisch spricht, wird es irgendwann einfach normal. Man überlegt nicht mehr bei jedem Satz, ob alles richtig ist, sondern redet einfach.
Neue Freunde, neuer Alltag
Einer der schönsten Teile meines Aufenthalts waren die Menschen, die ich kennengelernt habe. Ich habe neue Freundschaften geschlossen und dadurch schnell meinen eigenen Alltag in Neuseeland entwickelt.
Nach einer Weile fühlte es sich gar nicht mehr so an, als wäre ich nur für ein paar Monate dort. Ich ging zur Schule, traf Freunde, verbrachte Zeit mit anderen Internationals und machte die gleichen Nachmittagsaktivitäten wie alle anderen.
Genau das fand ich besonders schön: Man erlebt das Land nicht nur als Tourist, sondern wird für eine gewisse Zeit tatsächlich ein Teil davon.






Neuseeland entdecken
Natürlich wollte ich während meines Aufenthalts auch möglichst viel von Neuseeland sehen. Ein besonderes Highlight war für mich eine Reise auf die Südinsel.
Dort konnte ich noch einmal eine ganz andere Seite des Landes kennenlernen. Die Landschaften waren beeindruckend und teilweise komplett anders als in Auckland. Gerade solche Reisen waren für mich etwas Besonderes, weil ich dadurch gemerkt habe, wie vielfältig Neuseeland eigentlich ist.
Aber auch die kleineren Erlebnisse im Alltag sind mir geblieben. Nicht jeder Tag muss spektakulär sein, damit man sich später gerne daran erinnert.
Und was ist mit Heimweh?
Eine Frage, die ich vor meinem Aufenthalt oft gehört habe, war: „Hast du dann nicht Heimweh?“
Bei mir war das eigentlich gar kein grosses Thema. Natürlich habe ich meine Familie und mein Zuhause manchmal vermisst, aber ich habe so viel erlebt, dass gar keine Zeit für Heimweh blieb. Gleichzeitig glaube ich, dass das bei jedem anders ist.
Manche haben Heimweh, andere kaum oder gar nicht. Beides ist völlig normal. Ich würde deshalb niemandem raten, sich von der Angst vor Heimweh von einem Auslandsaufenthalt abhalten zu lassen.
Würde ich es wieder machen?
Definitiv.
Ein Auslandssemester ist nicht automatisch perfekt. Man kommt in neue Situationen, muss sich an vieles gewöhnen und manchmal läuft etwas anders als geplant. Mir hat es aber insgesamt sehr viel Spass gemacht und ich hatte eine richtig schöne Zeit.
Ich habe mein Englisch verbessert, neue Freundschaften geschlossen, eine andere Kultur kennengelernt und gelernt, selbstständiger zu sein.
Mein grösster Tipp an alle, die über einen Austausch nachdenken: Seid offen und probiert möglichst viel aus. Man muss nicht vorher wissen, wie alles werden wird. Genau das macht einen solchen Aufenthalt spannend.
Mein Auslandssemester in Neuseeland war für mich nicht einfach ein halbes Jahr weg von zu Hause. Es war ein Stück Alltag auf der anderen Seite der Welt, und eine Erfahrung, die ich jederzeit wieder machen würde.