Warum lohnt sich Sparen?
Sparen gibt dir mehr Freiheit. Du kannst dir grössere Dinge leisten, ohne sofort Geld auszuleihen, etwas auf Raten zu kaufen oder dein Konto zu überziehen. Das kann ein Führerschein sein, ein Töff, Ferien, ein Festival, ein Laptop, ein neues Handy oder die erste Wohnungseinrichtung.
Sparen hilft auch, wenn etwas Unerwartetes passiert. Vielleicht geht dein Handy kaputt, dein Velo braucht eine Reparatur oder du musst kurzfristig etwas für Schule, Lehre oder Arbeit bezahlen. Wenn du dann eine Reserve hast, stresst dich die Situation weniger.
Sparen heisst nicht, dass du auf alles verzichten musst. Es geht darum, dein Geld bewusst einzusetzen. Du entscheidest, was dir wichtig ist, und was nur ein kurzer Kaufimpuls ist.
Wie bekommst du den Überblick?
Bevor du sinnvoll sparen kannst, musst du wissen, wohin dein Geld geht. Schreib deshalb für einen Monat alle Einnahmen und Ausgaben auf. Das nennt man Budget. Dazu gehören Taschengeld, Lehrlingslohn, Ferienjob, Nebenjob, Geldgeschenke oder Unterstützung von deinen Eltern.
Bei den Ausgaben zählen auch kleine Beträge. Snacks, Getränke, Games, In-App-Käufe, Bus, Streaming, Essen unterwegs, Kleidung, Kosmetik, Ausgang und Online-Shopping wirken einzeln oft harmlos. Zusammen können sie dein Budget stark belasten.
Teile deine Ausgaben in drei Gruppen ein:
- Fixkosten: Zum Beispiel Handyabo, ÖV, Krankenkasse, Abos, Vereinsbeiträge oder Miete.
- Variable Ausgaben: Zum Beispiel Essen unterwegs, Freizeit, Kleidung, Geschenke oder Games.
- Unregelmässige Ausgaben: Zum Beispiel Reparaturen, Ferien, Schulmaterial, Technik oder Geburtstage.
Wenn du alles notiert hast, siehst du schnell, wo dein Geld bleibt. Das ist kein Grund, dich schlecht zu fühlen. Es ist die Grundlage, damit du bessere Entscheidungen treffen kannst.
Welche sind die 10 besten Spartipps?
Schreib auf, was reinkommt und was rausgeht. Nutze eine Notiz-App, eine Budget-App, eine Tabelle oder Papier. Wichtig ist nicht das Tool, sondern dass du ehrlich bist.
Schau dir nach einem Monat an, wofür du am meisten Geld ausgibst. Vielleicht sind es Snacks, ÖV, Games, Kleidung oder Essen unterwegs. Dann entscheidest du, was bleiben darf und wo du etwas ändern willst.
Teile dein Monatsgeld in vier Wochenbeträge ein. So merkst du früher, wenn du zu viel ausgibst.
Beispiel: Du hast nach Fixkosten 240 Franken für Freizeit, Essen unterwegs und kleine Einkäufe. Dann kannst du dir 60 Franken pro Woche einteilen. Wenn das Geld am Donnerstag weg ist, weisst du, dass du am Wochenende günstiger planen musst.
Überweise direkt nach Taschengeld, Lehrlingslohn oder Lohn einen fixen Betrag auf dein Sparkonto. Das kann auch ein kleiner Betrag sein.
Wenn du wartest, bis am Monatsende etwas übrig bleibt, bleibt oft nichts übrig. Wenn du am Anfang sparst, planst du automatisch mit dem Rest. Du kannst auch mit 5, 10 oder 20 Franken starten.
Der Notgroschen schützt dich vor Stress. Er ist besonders wichtig, wenn du ein Handy, Velo, Töff, Auto oder Laptop hast, weil Reparaturen schnell teuer werden können.
Mach dir eine klare Regel: Dieses Geld wird nur für echte Notfälle genutzt. Wenn du es brauchst, füllst du es danach wieder auf.
Diese Frage hilft bei spontanen Käufen. Brauchen bedeutet: Es ist wichtig für Alltag, Schule, Lehre, Arbeit oder Gesundheit. Wollen bedeutet: Es wäre schön, aber es geht auch ohne.
Wenn du etwas nur willst, warte 24 Stunden oder ein paar Tage. Oft merkst du danach, dass der Kauf gar nicht so wichtig war. Bei grösseren Anschaffungen lohnt sich eine längere Wartezeit.
Sale, Gutscheine, Online-Coupons und «3 für 2» wirken wie Sparen. Gespart hast du aber nur, wenn du das Produkt sowieso gebraucht hättest. Mach vor dem Einkaufen eine Liste. Wenn ein Angebot nicht auf deiner Liste steht, ist es wahrscheinlich kein Spartipp, sondern ein Spontankauf.
Mit Karte oder Smartphone zahlst du oft unbewusst. Bargeld macht dein Geld greifbarer. Setze dir sonst feste Kartenlimiten und nutze Push-Nachrichten deiner Banking-App.
Eigenmarken erfüllen bei Lebensmitteln, Drogerieartikeln und Schulmaterial oft denselben Zweck wie teure Markenprodukte, kosten aber deutlich weniger. Vergleiche nicht nur die Verpackung, sondern Preis, Menge und Qualität. Bei Lebensmitteln lohnt sich auch ein Blick in die unteren Regale. Dort stehen oft günstigere Produkte.
Viele Dinge musst du nicht neu kaufen. Kleidung, Bücher, Games, Sportausrüstung, Möbel oder Technik gibt es oft Secondhand, über Freund*innen, Verwandte, Social-Media-Gruppen oder Tauschbörsen.
Auch Ausleihen ist eine gute Lösung. Dinge, die du nur selten brauchst, müssen nicht zuhause herumstehen. Das spart Geld, Platz und Ressourcen.
Plane deine Mahlzeiten bewusst, um keine Lebensmittel wegzuwerfen. Lass auch Rechnungen und Mahnungen nicht ungeöffnet liegen, da sonst teure Mahngebühren drohen.
Wie setzt du dir ein Sparziel?
Ein Sparziel funktioniert besser, wenn es konkret ist. «Ich will sparen» ist zu allgemein. Besser ist: «Ich will bis Oktober 600 Franken für meinen Führerschein sparen.» Dann kannst du ausrechnen, wie viel du pro Monat (bis Oktober) sparen musst. Wenn dein Ziel 600 Franken kostet und du 6 Monate Zeit hast, brauchst du 100 Franken pro Monat. Wenn das zu viel ist, hast du drei Möglichkeiten: Du verlängerst die Zeit, suchst eine günstigere Variante oder verdienst zusätzlich Geld.
So gehst du konkret vor:
- Schreib auf, was du erreichen willst.
- Schreib auf, wie viel es kostet.
- Leg fest, bis wann du das Geld brauchst.
- Teile den Betrag durch die Anzahl Monate.
- Überweise den Betrag direkt nach Geldeingang auf ein Sparkonto oder ein separates Konto.
Gute Sparziele für Jugendliche und junge Erwachsene sind zum Beispiel Führerschein, Töff, Auto, Ferien, Festival, Laptop, Handy, Sportausrüstung, erste Wohnung, Möbel, Ausbildung oder Notgroschen.
Wie kannst du zusätzlich Geld verdienen?
Manchmal reicht weniger ausgeben nicht. Dann kann zusätzliches Einkommen helfen. Das kann ein Ferienjob, Nebenjob, Nachhilfe, Babysitten, Hundesitten, Gartenarbeit, kleine Hilfe im Umfeld oder der Verkauf alter Sachen sein.
Wichtig ist, dass der Job zu deinem Alltag passt. Schule, Lehre, Gesundheit und Freizeit dürfen nicht komplett darunter leiden. Wenn du einen Ferienjob suchst, schau früh genug, weil viele Stellen schon Monate vorher vergeben werden.
Für Jugendliche gelten je nach Alter und Situation Regeln zu Arbeitszeiten und Arbeitsschutz. Informiere dich deshalb vor einem Ferien- oder Nebenjob, was für dich erlaubt ist und welche Unterlagen du brauchst.
Wann reicht Sparen nicht?
Sparen ist wichtig, aber nicht immer die richtige erste Lösung. Wenn du offene Rechnungen, Mahnungen, Inkasso-Schreiben oder Schulden hast, solltest du zuerst Ordnung in diese Situation bringen.
Dann gilt:
- Rechnungen nicht ignorieren.
- Alle offenen Beträge aufschreiben.
- Wichtige Kosten zuerst zahlen, zum Beispiel Miete, Krankenkasse, Strom und Bussen.
- Keine neuen Ratenkäufe machen.
- Hilfe holen, bevor die Schulden grösser werden.
In Liechtenstein bietet die Caritas Liechtenstein Budget- und Schuldenberatung an.