Gesund durch den Alltag

  • Ärzt*innen und andere Gesundheitsfachpersonen haben in Liechtenstein eine Verschwiegenheitspflicht.  
  • Ernährung, Bewegung, Schlaf, Körperpflege und Entspannung beeinflussen, wie du dich fühlst. Dein Körper verändert sich, Fragen dazu sind normal. 
  • Bei Sorgen, Druck oder gesundheitlichen Problemen musst du nicht allein bleiben. Du darfst Hilfe in Anspruch nehmen. 

Warum ist dein Körper im Alltag ein wichtiges Thema? 

Dein Körper begleitet dich überall, in der Schule, in der Lehre, beim Sport, beim Schlafen, beim Essen und in stressigen Phasen. Manchmal fühlst du dich fit, manchmal müde, unsicher oder überfordert. Das ist nicht automatisch ein Problem. Wichtig ist, dass du deinen Körper ernst nimmst und weisst, wo du verlässliche Infos und Unterstützung bekommst. 

Auf dieser Seite findest du einen Überblick zu Alltagsthemen rund um Gesundheit und Körper. Dazu gehören Ärzt*innen und Schweigepflicht, Körperpflege, Ernährung, Bewegung, Schlaf, Entspannung und Gesundheitstipps bei Hitze. Die Themenauswahl orientiert sich auch daran, wie Jugendinfos im deutschsprachigen Raum Gesundheitsthemen für Jugendliche bündeln. Rechtliche Aussagen beziehen sich hier aber nur auf Liechtenstein.  

Was gilt bei Ärzt*innen und Schweigepflicht? 

Wenn du mit Ärzt*innen oder anderen Gesundheitsfachpersonen sprichst, geht es oft um persönliche Dinge. In Liechtenstein gilt: Personen, die einen Gesundheitsberuf ausüben, und ihre Mitarbeitenden müssen Informationen, die ihnen im Beruf anvertraut oder bekannt werden, geheim halten. Sie dürfen solche Informationen nur weitergeben, wenn es dafür eine gesetzliche Pflicht gibt oder wenn die betroffene Person sie dazu ermächtigt.  

Wenn du minderjährig bist, ist zusätzlich wichtig, ob du eine Behandlung und ihre Folgen verstehen und einschätzen kannst. Bei medizinischen Behandlungen kann ein einsichts- und urteilsfähiges Kind in Liechtenstein selbst einwilligen. Ab dem vollendeten 14. Lebensjahr wird diese Einsichts- und Urteilsfähigkeit im Zweifel vermutet. Bei schweren oder nachhaltigen Eingriffen braucht es zusätzlich die Zustimmung der Person, die mit Pflege und Erziehung betraut ist.  

Das bedeutet für dich: Du darfst Fragen stellen, auch wenn sie dir peinlich sind. Frag direkt nach, was vertraulich bleibt und wann Informationen weitergegeben werden müssen. So weisst du vor dem Gespräch, woran du bist. 

Gesund durch den Tag

Gesund leben muss nicht bedeuten, jeden Tag alles perfekt zu machen. Schon kleine Gewohnheiten können dir helfen, dich fitter, ausgeglichener und wohler zu fühlen. Was zu dir passt, hängt von deinem Alltag, deinem Körper und deinem Energiebedarf ab.

Morgen

Ein guter Start in den Tag kann dir helfen, wach zu werden und Energie für Schule, Arbeit oder Freizeit zu bekommen.

  • Trink etwas. Wasser oder ungesüsster Tee sind eine gute Möglichkeit, nach der Nacht wieder Flüssigkeit aufzunehmen.
  • Frühstücke, wenn es dir guttut. Zum Beispiel mit Brot, Haferflocken, Früchten, Joghurt, Eiern oder Nüssen. Inspiration für einfache Mahlzeiten findest du bei den Rezepten von «Alles Wurscht?».
  • Starte ohne Perfektionsdruck. Nicht jede Person hat morgens gleich viel Hunger oder Zeit. Wichtig ist, dass du über den Tag genug Energie bekommst.
Vormittag

Langes Sitzen und konzentriertes Arbeiten können anstrengend sein. Kleine Pausen helfen dir, zwischendurch wieder den Kopf freizubekommen.

  • Trink regelmässig. Stell dir zum Beispiel eine Wasserflasche in Sichtweite.
  • Beweg dich zwischendurch. Kurz aufstehen, strecken oder ein paar Schritte gehen zählt bereits. Hier findest du ein paar Übungen die du gut unterwegs oder im Sitzen (Schule, Arbeit) machen kannst.
  • Mach Pausen. Du musst nicht stundenlang ohne Unterbrechung konzentriert bleiben.
  • Iss etwas, wenn du Hunger hast. Früchte, Nüsse, ein Joghurt oder ein belegtes Brot sind mögliche Snacks.
Mittag

Eine abwechslungsreiche Mahlzeit kann dir neue Energie für den restlichen Tag geben.

  • Kombiniere verschiedene Lebensmittel. Zum Beispiel Gemüse oder Salat mit Kartoffeln, Reis, Pasta oder Brot und einer Eiweissquelle wie Hülsenfrüchten, Eiern, Tofu, Milchprodukten, Fisch oder Fleisch.
  • Iss abwechslungsreich. Unterschiedliche Lebensmittel versorgen deinen Körper mit verschiedenen Nährstoffen. Ideen für deinen Alltag findest du bei alleswurscht.li.
  • Denk auch an die Umwelt, wenn es für dich passt. Regional, saisonal und häufiger pflanzlich zu essen kann eine Möglichkeit sein. Mehr dazu erfährst du hier.
  • Iss so viel, wie du brauchst. Hunger und Energiebedarf können von Person zu Person und von Tag zu Tag unterschiedlich sein.
  • Beweg dich danach, wenn es dir guttut. Ein kurzer Spaziergang kann eine angenehme Pause vom Sitzen sein.
Nachmittag

Am Nachmittag lässt die Energie bei vielen Menschen etwas nach. Bewegung, eine Pause oder ein Snack können helfen.

  • Iss etwas, wenn du neue Energie brauchst. Ein Snack mit zum Beispiel Früchten, Nüssen, Brot oder Joghurt kann dich bis zur nächsten Mahlzeit unterstützen.
  • Bring Bewegung in deinen Tag. Joggen, Velofahren, Tanzen, Fitness, Yoga, Teamsport oder ein Spaziergang zählen genauso.
  • Finde etwas, das dir Spass macht. Bewegung muss sich nicht wie Pflicht anfühlen. Du suchst noch nach einem sportlichen Hobby? Dann ist hier vielleicht was für dich dabei.
  • Mach auch Pausen. Erholung gehört genauso zu einem gesunden Alltag wie Aktivität.
Abend

Am Abend darf dein Körper langsam zur Ruhe kommen.

  • Iss so, wie es zu deinem Hunger und deinem Alltag passt. Auch Kohlenhydrate und Fette gehören zu einer abwechslungsreichen Ernährung.
  • Genuss gehört dazu. Süssigkeiten, Snacks oder Fast Food sind nicht grundsätzlich verboten. Entscheidend ist nicht ein einzelnes Lebensmittel, sondern wie du dich insgesamt ernährst.
  • Schau auch auf das grosse Ganze. Mit kleinen Entscheidungen beim Einkaufen und Essen kannst du deinen ökologischen Fussabdruck beeinflussen. Tipps dazu findest du bei CO₂-fit.
  • Schalte langsam einen Gang zurück. Lesen, Musik hören, duschen oder mit anderen reden kann beim Abschalten helfen.
  • Reduziere Bildschirmzeit vor dem Schlafen, wenn sie deinen Schlaf stört.
  • Achte auf genug Schlaf. Wie viel du brauchst, hängt unter anderem von deinem Alter und deinem persönlichen Schlafbedarf ab.

Warum sind Schlaf, Erholung und Stress wichtig?

Schlaf und Erholung helfen deinem Körper und deinem Kopf, neue Energie zu bekommen. Auch Pausen gehören dazu. Dauerhafter Stress, zu wenig Schlaf oder ständige Erschöpfung können deinen Alltag belasten. Deshalb ist es wichtig, früh auf die Signale deines Körpers zu achten.

Genug schlafen

Wie viel Schlaf du brauchst, ist individuell. Wichtig ist, dass du dich tagsüber meistens wach, konzentriert und erholt fühlst.

Abschalten lernen

Bewegung, Musik, Zeit mit Freund*innen oder ruhige Momente können dir helfen, Stress abzubauen. Finde heraus, was dir persönlich guttut.

Rechtzeitig Pause machen

Warte nicht, bis gar nichts mehr geht. Kleine Pausen im Alltag können helfen, neue Energie zu tanken und Überlastung vorzubeugen.

Stress ernst nehmen

Stress gehört manchmal zum Alltag. Wenn du dich aber über längere Zeit überfordert, angespannt oder erschöpft fühlst, solltest du genauer hinschauen.

Schlafprobleme nicht ignorieren

Wenn du über längere Zeit schlecht ein- oder durchschläfst und dich tagsüber stark erschöpft fühlst, kann es sinnvoll sein, dir Unterstützung zu holen.

Hilfe holen ist okay

Du musst anhaltenden Stress, Erschöpfung oder Schlafprobleme nicht alleine bewältigen. Sprich mit einer Vertrauensperson oder hol dir Unterstützung bei einer Beratungsstelle oder medizinischen Fachperson.

Wie findest du gute Infos zu Körperpflege?

Rund um Hautpflege, Haare, Hygiene und Körpergeruch gibt es viele Tipps, Produkte und Trends. Besonders auf Social Media wird oft der Eindruck vermittelt, dass du für gute Körperpflege eine komplizierte Routine oder viele verschiedene Produkte brauchst. Das stimmt nicht. Wichtig ist, dass die Pflege zu deinem Körper passt und du Produkte gut verträgst. Bei gesundheitlichen Beschwerden solltest du dich nicht nur auf Tipps aus dem Internet verlassen. Die folgenden Punkte helfen dir dabei, Körperpflege einfach und sinnvoll anzugehen:

Pflegeroutine 

Finde eine einfache Pflegeroutine, die zu dir passt. Regelmässig duschen, Kleidung wechseln und Zähne putzen reicht oft schon als gute Grundlage.

Produktverträglichkeit

Verwende Produkte, die du gut verträgst. Mehr Pflege ist nicht automatisch besser, denn zu viele Produkte können Haut und Haare auch reizen.

Kein Druck machen

Lass dich nicht von Social Media unter Druck setzen. Du brauchst nicht jedes Produkt, das gerade beworben oder als «Must-have» dargestellt wird.

Pubertät & du

Veränderungen in der Pubertät sind normal. Schweiss, Pickel, Körpergeruch, Menstruation oder Körperbehaarung beschäftigen viele Jugendliche.

Hilfe holen

Lass starke Beschwerden abklären. Schmerzen, starker Juckreiz oder Entzündungen solltest du medizinisch untersuchen lassen.

Zuverlässige Infos

Achte auf verlässliche Informationen. Hol dir Tipps am besten bei Ärzt:innen, Apotheker:innen oder offiziellen Gesundheitsstellen statt nur bei Influencer:innen oder Werbung.

Tipps für Hitzetage

Gibt es bei grosser Hitze eigentlich «Hitzefrei» bei der Arbeit oder in der Schule? In Liechtenstein gibt es keine festgelegte Temperaturgrenze dafür. Arbeitgebende, Schulen und Betreuungseinrichtungen müssen jedoch die Gesundheit schützen, die Situation beurteilen und bei Bedarf Massnahmen treffen, zum Beispiel Arbeitszeiten anpassen, zusätzliche Pausen ermöglichen oder für geeignete Schutzmassnahmen sorgen.

Hitze kann deinen Körper stärker belasten, als du vielleicht merkst, besonders bei mehreren heissen Tagen hintereinander. Auf hitze.li findest du die aktuelle Hitzewarnstufe und verständliche Informationen dazu, wie Hitze deine Gesundheit beeinflusst, wer besonders gefährdet ist und wie du dich schützen kannst. Die Seite bietet praktische Tipps für Alltag, Sport, Schule, Arbeit und Veranstaltungen, informiert über Schutzmassnahmen am Arbeitsplatz, erklärt den Umgang mit Medikamenten bei Hitze und zeigt, welche Beschwerden Warnzeichen sein können. So kannst du schnell nachschauen, was bei hohen Temperaturen wichtig ist und wann du handeln solltest.

Mehr Infos & Tipps auf hitze.li

Fragen & Antworten

Darf ich Ärzt*innen allein etwas fragen? 

Ja, du darfst Fragen zu deinem Körper und deiner Gesundheit stellen. In Liechtenstein gilt für Gesundheitsfachpersonen eine Verschwiegenheitspflicht. Frag zu Beginn des Gesprächs, was vertraulich bleibt und wann Informationen weitergegeben werden müssen. 

Können Jugendliche medizinisch selbst entscheiden? 

Wenn du einsichts- und urteilsfähig bist, kannst du in medizinische Behandlungen selbst einwilligen. Ab 14 wird diese Fähigkeit in Liechtenstein im Zweifel vermutet. Bei schweren oder nachhaltigen Eingriffen braucht es zusätzlich die Zustimmung der Person, die mit Pflege und Erziehung betraut ist.

Was mache ich, wenn mir ein Körperthema peinlich ist? 

Sag direkt, dass dir die Frage unangenehm ist. Fachpersonen kennen solche Situationen. Du kannst deine Frage auch aufschreiben und beim Termin zeigen. 

Was ist normale Körperpflege? 

Normal ist, was dich sauber hält, deine Haut nicht reizt und zu deinem Alltag passt. Du brauchst keine komplizierte Routine. Wenn etwas schmerzt, stark juckt, sich entzündet oder dich sehr belastet, lass es abklären. 

Wann sollte ich wegen Schlafproblemen Hilfe holen? 

Hol dir Hilfe, wenn du über längere Zeit kaum schlafen kannst, tagsüber stark erschöpft bist, Panik bekommst oder Schlafprobleme deinen Alltag beeinträchtigen. 

Wo kann ich anonym über Sorgen sprechen? 

Du kannst dich an 147 wenden. Das Angebot ist in Liechtenstein verfügbar, kostenlos, vertraulich und per Telefon, SMS oder Chat erreichbar. 

Mirjam Schiffer

Mirjam Schiffer

Koordinatorin Jugendinfo, Projekte


Bei Fragen kannst du dich jederzeit bei unserer Mitarbeitenden melden.

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