Ein eigenes Konto ist der erste Schritt in deine finanzielle Unabhängigkeit. Hier erfährst du, worauf du bei der Auswahl achten solltest und wie du dein Konto einrichtest.
Wofür brauchst du ein Konto?
Ein Konto hilft dir, Geld zu empfangen, zu verwalten und zu bezahlen. Das betrifft zum Beispiel Lehrlingslohn, Ferienjob-Lohn, Taschengeld, Geldgeschenke, Rechnungen, Handyabo, Online-Einkäufe oder Sparziele.
Mit Online-Banking oder Mobile-Banking kannst du deinen Kontostand prüfen, Überweisungen machen, Daueraufträge einrichten und sehen, wofür du Geld ausgegeben hast. Das ist praktisch, aber auch Verantwortung. Du solltest regelmässig kontrollieren, ob Zahlungen stimmen und ob genug Geld für kommende Ausgaben da ist.
Wem gehört das Geld auf deinem Sparkonto?
Geld, das auf deinen Namen gespart wird, gehört grundsätzlich dir. Wenn du noch nicht 18 bist, sind deine Eltern oder erziehungsberechtigten Personen aber oft für die Verwaltung zuständig. Das heisst: Du kannst nicht immer allein entscheiden, ob du Geld abhebst oder verschiebst.
Mit 18 kannst du grundsätzlich selbst über dein Geld verfügen. Trotzdem ist es sinnvoll, schon vorher zu wissen, welches Konto du hast, wer Zugriff hat und wofür das Geld gedacht ist.
Ab wann kannst du ein Jugendkonto haben?
Das hängt von Alter, Bank und Kontoform ab. In Liechtenstein gibt es Jugendangebote, zum Beispiel das LLB youli-Konto und VP Nova Start von der VP Bank.
Die LLB beschreibt ihr youli-Konto als Angebot für junge Menschen von 12 bis 26 Jahren. VP Nova Start richtet sich an Jugendliche von 12 bis 18 Jahren. Für junge Erwachsene bietet die VP Bank ausserdem Informationen unter Banking für alle unter 30.
Bei Minderjährigen kann die Zustimmung der Eltern nötig sein. Prüfe deshalb direkt bei der Bank, was in deinem Alter gilt und welche Unterlagen du brauchst, zum Beispiel ID oder Pass.
Was solltest du beim Jugendkonto vergleichen?
Viele Jugendkonten wirken auf den ersten Blick gleich. Schau trotzdem genau hin. Wichtig sind nicht nur Kontoführung und Karte, sondern auch Limiten, Auslandskosten, Online-Zahlungen und Services. Achte besonders auf diese Punkte:
- Kostet die Kontoführung etwas?
- Ist die Debitkarte kostenlos?
- Was kosten Bargeldbezüge?
- Was kosten Zahlungen oder Bargeldbezüge im Ausland?
- Kannst du online bezahlen?
- Gibt es Tages- oder Monatslimiten?
- Kannst du Push-Nachrichten für Zahlungen aktivieren?
- Kann das Konto überzogen werden?
- Was kostet eine Ersatzkarte?
- Was passiert, wenn du älter wirst und das Jugendangebot endet?
Frag bei der Bank nach, wenn du etwas nicht verstehst. Gerade Gebühren und Limiten sind wichtig, damit du später keine böse Überraschung erlebst.
Was ist eine Debitkarte?
Mit einer Debitkarte bezahlst du direkt mit Geld von deinem Konto. Das Geld wird sofort oder zeitnah abgebucht. Das hilft dir, den Überblick zu behalten, weil du schneller siehst, was du ausgegeben hast.
Mit einer Debitkarte kannst du meistens im Geschäft bezahlen, Bargeld beziehen und, wenn die Funktion aktiviert ist, online einkaufen. Bei manchen Karten muss Online-Shopping zuerst freigeschaltet werden. Frag deine Bank, welche Funktionen aktiviert sind und welche Limiten gelten.
Fragen & Antworten
Bei einer Kreditkarte wird nicht jede Zahlung sofort vom Konto abgebucht. Du bekommst später eine Abrechnung. Das kann praktisch sein, aber auch riskant. Wenn du viele kleine Beträge bezahlst, merkst du vielleicht erst am Monatsende, wie viel zusammengekommen ist.
Für den Anfang ist eine Debitkarte oft übersichtlicher. Du bezahlst näher an deinem tatsächlichen Kontostand. Trotzdem solltest du dein Konto regelmässig prüfen und Limiten nutzen, damit du nicht mehr ausgibst, als geplant.
Die IBAN ist die internationale Nummer deines Bankkontos. Du brauchst sie, wenn dir jemand Geld überweisen soll, zum Beispiel Arbeitgeber*innen, Eltern oder Freund*innen.
Wenn du selbst eine Überweisung machst, brauchst du meistens den Namen der Empfänger*innen, die IBAN, den Betrag und einen Verwendungszweck oder eine Zahlungsreferenz. Kontrolliere alles genau, bevor du die Zahlung freigibst.
Ein Dauerauftrag ist eine automatische Überweisung. Du richtest ein, dass ein fixer Betrag regelmässig bezahlt wird, zum Beispiel für Miete, Sparen, Vereinsbeitrag oder ein Abo.
Das ist hilfreich, weil du wichtige Zahlungen nicht vergisst. Achte aber darauf, dass genug Geld auf dem Konto ist, wenn der Dauerauftrag ausgeführt wird. Sonst kann es Probleme oder Gebühren geben.
Online-Banking ist praktisch, aber du musst deine Daten schützen. Gib PIN, Passwort, Kartenangaben, Sicherheitscodes und TAN-Codes nie weiter. Auch nicht an Freund*innen.
Seriöse Banken fragen dich nicht per WhatsApp, SMS, E-Mail oder Telefon nach deinem Passwort oder Sicherheitscode. Klicke bei verdächtigen Nachrichten nicht auf Links. Öffne Banking-Seiten lieber direkt über die App oder über die offizielle Website deiner Bank.
Wenn du deine Karte verlierst, sperre sie sofort. Das geht je nach Bank über die App, telefonisch oder direkt bei der Bank. Informiere bei Minderjährigkeit auch deine Eltern oder erziehungsberechtigten Personen.
Aktiviere Push-Nachrichten für Zahlungen, wenn deine Bank das anbietet. So merkst du schneller, wenn Geld abgeht. Setze Tages- oder Monatslimiten für Karte und Online-Zahlungen. Prüfe dein Konto mindestens einmal pro Woche.
Trenne Alltagsgeld und Spargeld. Das geht mit einem Sparkonto, Unterkonto oder klaren Kategorien in deiner Banking-App. Wenn alles auf einem Konto liegt, gibst du Spargeld schneller aus.
Frag bei deiner Bank nach, bevor du ein Konto eröffnest oder eine Karte nutzt, wenn du unsicher bist. Besonders wichtig ist das bei Online-Zahlungen, Kartenlimiten, Gebühren, Auslandskosten, Kreditkarte, eBanking und der Frage, wer Zugriff auf dein Konto hat.
Wenn du Rechnungen nicht bezahlen kannst, dein Konto überziehst oder den Überblick verlierst, geht es nicht mehr nur um das Konto. Dann helfen Budget und Schuldenberatung weiter.