Landtagswahlen

  • Bei der Landtagswahl werden alle vier Jahre 25 Abgeordnete gewählt. 
  • Wählen darfst du ab 18 Jahren mit liechtensteinischer Staatsbürgerschaft und Wohnsitz im Land. 
  • Du wählst eine Parteiliste und kannst einzelne Namen streichen oder Kandidat*innen anderer Parteien ergänzen. 

Was wird bei der Landtagswahl gewählt? 

Bei der Landtagswahl entscheidest du mit, welche 25 Abgeordneten im Liechtensteinischen Landtag sitzen. Sie werden jeweils für vier Jahre gewählt. Wer alles aktuell im Landtag sitzt, kannst du dir hier anschauen. 

Der Landtag ist das Parlament und vertritt die Bevölkerung. Er berät und beschliesst Gesetze, entscheidet über das Budget des Landes und kontrolliert die Arbeit der Regierung. Ausserdem schlägt er dem Fürsten die Mitglieder der Regierung vor.  

Was hat die Landtagswahl mit der Regierung zu tun? 

Du wählst die Regierung nicht direkt.

Nach der Landtagswahl schlägt der Landtag dem Fürsten die Mitglieder der Regierung vor. Der Fürst ernennt anschliessend den Regierungschef oder die Regierungschefin sowie die vier Regierungsrät*innen. 

Die Parteien verhandeln nach der Wahl darüber, wer in der Regierung vertreten sein soll. Deshalb beeinflusst das Wahlergebnis auch die Zusammensetzung der Regierung. 

Wer darf bei der Landtagswahl wählen?

Du darfst bei der Landtagswahl wählen, wenn du alle drei Voraussetzungen erfüllst:

Staatsbürgerschaft 

Du brauchst die liechtensteinische Staatsbürgerschaft.

Alter

Du musst am Wahltag mindestens 18 Jahre alt sein.

Wohnsitz

Du hast seit mindestens einem Monat vor der Wahl deinen Wohnsitz in Liechtenstein.

Diese Regeln gelten auch, wenn du selbst für den Landtag kandidieren möchtest.

Du bist noch nicht 18 Jahre alt oder hast keine liechtensteinische Staatsbürgerschaft? Dann darfst du bei der Landtagswahl nicht abstimmen. Du kannst dich trotzdem politisch engagieren, zum Beispiel im Jugendrat, bei einer Jugendsession, in einer Jungpartei oder bei einem Beteiligungsprojekt.

Mehr Möglichkeiten findest du hier.

Warum ist es wichtig, dass du wählen gehst?

Mit deiner Stimme entscheidest du mit, welche Parteien wie viele Sitze erhalten und welche Personen dich im Landtag vertreten. Dabei kannst du eine Partei unterstützen und gleichzeitig Einfluss darauf nehmen, welche Kandidat*innen dieser Partei gewählt werden.

Wählen ist aber nicht die einzige Möglichkeit, politisch aktiv zu sein. Du kannst politische Diskussionen verfolgen, Fragen stellen, Petitionen unterstützen, an Jugendprojekten teilnehmen oder dich selbst in einer Organisation engagieren.

Wie findest du heraus, wen du wählen möchtest?

Du musst nicht in allen politischen Fragen bereits eine feste Meinung haben. Überlege dir zuerst, welche Themen dir besonders wichtig sind, zum Beispiel Wohnen, Bildung, Klima, Verkehr, Arbeit oder Gleichstellung. 

Danach kannst du vergleichen: 

  1. Welche Lösungen schlagen die Parteien vor? 
  2. Welche Themen sind den Kandidat*innen wichtig? 
  3. Welche Aussagen passen zu deinen eigenen Vorstellungen? 
  4. Sind die Informationen aktuell und stammen sie aus einer verlässlichen Quelle? 

Welche Hilfen unterstützen dich bei der Wahlentscheidung? 

Du bist noch unsicher, welche Partei oder welche Kandidat*innen zu deinen Ansichten passen? Diese Angebote helfen dir bei der Orientierung:

  • wahlhilfe.li vergleicht deine Antworten mit den Positionen der Kandidat*innen. Je mehr Fragen du beantwortest, desto genauer wird das Ergebnis.
  • easyvote.li erklärt die Landtagswahl politisch neutral und stellt die Kandidat*innen vor.
  • Im easyvote-Lexikon findest du verständliche Erklärungen zu wichtigen politischen Begriffen.

Die Ergebnisse sind Orientierungshilfen und keine Wahlempfehlung. Vergleiche deshalb verschiedene Informationen und bilde dir deine eigene Meinung.

Wie läuft die Landtagswahl ab?

Liechtenstein ist in zwei Wahlkreise aufgeteilt:

  • Das Oberland wählt 15 Abgeordnete.
  • Das Unterland wählt 10 Abgeordnete.

Gewählt wird nach dem Verhältniswahlrecht. Zuerst wird berechnet, wie viele Sitze eine Partei aufgrund ihrer Stimmen erhält. Danach bekommen innerhalb der Partei jene Kandidat*innen einen Sitz, die am meisten Stimmen erhalten haben. Eine Partei muss landesweit mindestens 8 Prozent der Stimmen erreichen, damit sie bei der Sitzverteilung berücksichtigt wird.

Wie füllst du den Stimmzettel aus?

Du entscheidest dich zuerst für den Stimmzettel einer Partei. Danach hast du mehrere Möglichkeiten.

Du kannst den Stimmzettel unverändert abgeben. Dann bekommen alle aufgeführten Kandidat*innen eine Stimme. Leere Zeilen zählen als zusätzliche Stimmen für die Partei.

Du kannst auch Namen streichen. Die gestrichene Person erhält dann keine Stimme von dir. Die dadurch frei gewordene Zeile zählt weiterhin für die Partei.

Ausserdem kannst du Kandidat*innen anderer Parteien aus deinem Wahlkreis auf den Stimmzettel schreiben. Das nennt man Panaschieren. Die hinzugefügte Person und ihre Partei erhalten deine Stimme.

Beachte dabei:

  • Es muss mindestens ein gültiger Name auf dem Stimmzettel stehen.
  • Ein Name darf nur einmal auf dem Stimmzettel stehen.
  • Im Oberland dürfen höchstens 15 Namen aufgeführt sein.
  • Im Unterland dürfen höchstens 10 Namen aufgeführt sein.
  • Schreibe immer den vollständigen Namen.
  • Unterschreibe den Stimmzettel nicht.

Wie kannst du deine Stimme abgeben?

Du kannst deine Stimme persönlich im Wahllokal deiner Gemeinde oder per Briefwahl abgeben. Die Wahlunterlagen bekommst du vor der Wahl zugeschickt. 

Bei der Briefwahl legst du den ausgefüllten Stimmzettel in das Stimmkuvert. Die unterschriebene Stimmkarte und das verschlossene Stimmkuvert kommen anschliessend in das offizielle Zustellkuvert.  Achte darauf, dass deine Unterlagen rechtzeitig bei deiner Gemeinde eintreffen. Die aktuellen Termine, Öffnungszeiten und Fristen findest du jeweils auf der offiziellen Website der Landtagswahlen.  

Was solltest du vor der Wahl prüfen?

  • Lies die Wahlanleitung, bevor du den Stimmzettel ausfüllst.
  • Informiere dich über mehrere Parteien und Kandidat*innen.
  • Prüfe politische Aussagen bei verschiedenen verlässlichen Quellen.
  • Achte auf die Frist für die Briefwahl.
  • Unterschreibe bei der Briefwahl die Stimmkarte, nicht den Stimmzettel.
  • Frage bei deiner Gemeinde nach, wenn deine Wahlunterlagen fehlen.

Das Erklärungsvideo von easyvote zeigt dir Schritt für Schritt, wie die Landtagswahl funktioniert und wie du deinen Stimmzettel ausfüllen kannst.

Häufige Fragen

Musst du eine ganze Partei wählen? 

Du musst einen Stimmzettel einer Partei verwenden. Du kannst darauf aber Namen streichen und Kandidat*innen anderer Parteien aus deinem Wahlkreis ergänzen. 

Kannst du eine Person zweimal aufschreiben? 

Nein. Jede Person darf höchstens einmal auf deinem Stimmzettel stehen. Du kannst einer kandidierenden Person nicht zwei Stimmen geben. 

Was passiert mit einer leeren Zeile? 

Eine leere Zeile auf einem Stimmzettel zählt als zusätzliche Stimme für die Partei, die oben auf dem Stimmzettel steht. Sie zählt aber für keine bestimmte Person. 

Was passiert, wenn zu viele Namen auf dem Stimmzettel stehen? 

Stehen mehr Namen auf dem Stimmzettel, als in deinem Wahlkreis Sitze vergeben werden, werden die überzähligen Namen von unten nach oben gestrichen.  

Ist deine Wahl geheim? 

Ja. Niemand muss erfahren, welche Partei oder welche Personen du gewählt hast. Schreibe deshalb auch deinen Namen und keine Kommentare auf den Stimmzettel. 

Was machst du, wenn deine Wahlunterlagen fehlen? 

Melde dich möglichst früh bei der Gemeindeverwaltung deines Wohnorts. Dort erfährst du, wie du Ersatzunterlagen bekommst. 

Welche Parteien sitzen aktuell im Landtag?

Bei der Landtagswahl vom 9. Februar 2025 wurden vier Parteien in den Landtag gewählt: 

Insgesamt wurden 25 Sitze vergeben. Die Wahlbeteiligung lag bei 76,3 Prozent. Die Zusammensetzung gilt für die aktuelle Legislaturperiode (also bis zur nächsten Landtagswahl). Bei einer neuen Wahl können sich die Sitzverteilung und die antretenden Parteien ändern. 

Warum ist Vielfalt im Landtag wichtig & was ist das Projekt «Vielfalt in der Politik»? 

Im Landtag sollten unterschiedliche Erfahrungen und Perspektiven vertreten sein. Ein vielfältiger Landtag bringt unterschiedliche Erfahrungen, Lebensrealitäten und Perspektiven in politische Entscheidungen ein. Dazu gehören zum Beispiel Alter, Geschlecht, Herkunft, Beruf, Behinderung, sexuelle Orientierung und verschiedene soziale Hintergründe. 

Das Projekt «Vielfalt in der Politik» zeigt mit dem Wahlbarometer, wie Frauen und Männer auf den Wahllisten vertreten sind. Dort findest du die aktuellen Zahlen und Entwicklungen.  

Mirjam Schiffer

Mirjam Schiffer

Koordinatorin Jugendinfo, Projekte


Bei Fragen kannst du dich jederzeit bei unserer Mitarbeitenden melden.

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