Ob Mathe, Sprachen oder ein anderes Fach – manchmal braucht man extra Unterstützung. Hier erfährst du, wie du passende Nachhilfe findest oder selbst als Nachhilfelehrer:in aktiv wirst.
Nachhilfe finden
Du suchst Hilfe in einem Schulfach? Dafür gibt es in Liechtenstein mehrere Möglichkeiten. Die aha-Nachhilfebörse ist die Plattform in Liechtenstein für private Nachhilfe. Dort kannst du nach Fach und Schulstufe filtern und Nachhilfelehrer:innen in deiner Nähe finden. Von Mathematik über Französisch und Englisch bis Physik – für jedes Fach und jedes Niveau gibt’s passende Unterstützung. In Zusammenarbeit mit der Uni Liechtenstein wird sogar gratis Nachhilfe für einkommensschwache Familien angeboten. Auch manche Schulen haben eigene Börsen – das Gymnasium in Vaduz zum Beispiel führt eine Liste mit älteren Schüler:innen, die Nachhilfe geben.
Professionelle Nachhilfeinstitute
eben privaten Nachhilfepersonen gibt es auch Institute. In Liechtenstein und Umgebung kannst du dich z. B. an Nachhilfeplus (Schaan), Smile Akademie (Feldkirch) oder Abacus Nachhilfe (Balzers) wenden. Solche Anbieter bieten oft Einzel- und Gruppenunterricht an. Die Kosten sind dort meist höher als bei privater Nachhilfe, dafür sind es professionelle Lehrkräfte. Überlege, was für dich passt.
Nachhilfe geben
Du bist gut in der Schule oder in einem bestimmten Fach? Dann gib dein Wissen weiter – Nachhilfe zu geben kann ein toller Nebenjob sein. Als Schüler:in oder Studierende:r in Liechtenstein kannst du über die aha-Nachhilfebörse ganz einfach Nachhilfestunden anbieten. Dort trägst du kostenlos dein Angebot ein, und suchende Jugendliche können dich direkt kontaktieren. So verdienst du nicht nur etwas Taschengeld, sondern sammelst auch Erfahrung im Erklären und Helfen.
Voraussetzungen: Um Nachhilfe zu geben, solltest du mindestens 15 Jahre alt sein und die obligatorische Schulzeit abgeschlossen haben. Überlege dir gut, ob Nachhilfe das Richtige für dich ist – es gehört nämlich mehr dazu als nur gute Noten zu haben. Die folgende Checkliste hilft dir einzuschätzen, ob du bereit bist:
Checkliste: Bist du bereit, Nachhilfe zu geben?
- Du hast dein 15. Lebensjahr vollendet und die Schulpflicht beendet.
- Du warst selbst gut in dem Fach, das du unterrichten möchtest, und hast Spass daran, dein Wissen zu vermitteln.
- Du hast idealerweise schon etwas Erfahrung im Erklären (z.B. jüngeren Mitschüler:innen geholfen) und Freude daran, anderen beim Lernen zu helfen.
- Du kannst dich auf unterschiedliche Personen einstellen und auf ihre individuellen Bedürfnisse eingehen.
- Du sorgst für eine lernfreundliche Atmosphäre – ohne Ablenkungen durch Handy, Gaming oder ständige Pausen.
- Du gehst gerne und geduldig mit Kindern und Jugendlichen um.
- Du kennst gute Lernstrategien und -techniken und wendest sie selbst erfolgreich an.
- Du bist kreativ und kannst bei Bedarf eigene Übungen oder Lernmaterialien erstellen.
- Du hast kein Problem damit, auch mit den Eltern (oder Lehrpersonen) der Nachhilfeschüler:innen zu sprechen, wenn es nötig ist.
- Du bist sehr geduldig – auch wenn du etwas mehrmals erklären musst.
- Falls nötig, bist du mobil und könntest auch zum Wohnort der Schüler:innen kommen.
Wenn viele dieser Punkte auf dich zutreffen, stehen die Chancen gut, dass du eine toller Nachhilfelehrer:in bist!
Achtung: Sobald du regelmässig gegen Bezahlung Nachhilfe gibst, zählt das als Einkommen. Informiere dich am besten über Steuern und Sozialabgaben, damit alles legal bleibt (in Zweifel bei der Steuerverwaltung oder AHV nachfragen).
Tipps für Nachhilfe-Suchende und -Anbietende
Egal, ob du Nachhilfe suchst oder gibst – mit ein paar Überlegungen im Voraus vermeidest du Missverständnisse. Klärt wichtige Punkte wie Qualifikation, Preis, Ort und Erwartungen frühzeitig, damit die Nachhilfe für beide Seiten erfolgreich verläuft. Hier sind einige Tipps, damit alles reibungslos klappt:
Woran erkenne ich seriöse Nachhilfe?
Wenn du eine Nachhilfeperson gefunden hast, solltest du prüfen, ob das Angebot seriös ist und zu dir passt. Achte insbesondere auf folgende Punkte:
Qualifikation
Welche Ausbildung oder Kenntnisse bringt der/die Nachhilfelehrer:in mit? Frage nach Noten, abgeschlossener Schulstufe (z. B. Matura) oder Erfahrung als Nachhilfelehrer:in. Viele (besonders ältere Schüler:innen oder Studierende) können bereits Erfahrungen oder Referenzen nennen.
Erster Eindruck
Welchen Eindruck macht die Person beim ersten Kontakt? War das Telefonat oder die erste Nachricht freundlich und verlässlich? Fühlst du dich respektiert und verstanden? Vertraue auf dein Bauchgefühl – wenn dir etwas komisch vorkommt, such lieber weiter.
Ansprechbar & Verlässlich
Ist die Person gut erreichbar und antwortet sie zeitnah? Hält sie Abmachungen ein (z. B. Rückruf zur vereinbarten Zeit)? Zuverlässigkeit ist wichtig, damit die Nachhilfe langfristig klappt.
Preis & Dauer
Sprich den Preis pro Stunde und die Dauer einer Einheit vorher ab. Üblich sind in unserer Region je nach Fach und Niveau unterschiedliche Tarife – erkundige dich, was andere verlangen, und ob der Preis zur Qualifikation passt. Einige Nachhilfelehrer:innen bieten eine erste Probestunde gratis oder günstiger an. Trau dich, danach zu fragen.
Ort & Treffen
Klärt, wo die Nachhilfe stattfinden soll. Zu Hause bei dir? Beim Nachhilfelehrer? In der Bibliothek? Für die erste Nachhilfestunde empfiehlt das aha: Triff dich zu Hause oder in der Schule, also an einem Ort, wo du dich sicher fühlst. Wenn du noch jünger bist, nimm gern eine Vertrauensperson (zum Beispiel einen Elternteil) zum ersten Treffen mit. Eine seriöse Nachhilfeperson hat dafür Verständnis.
Online-Nachhilfe
Falls ihr Online-Nachhilfe macht, besprecht im Voraus, welches Tool ihr verwendet (z.B. Teams, Zoom, WhatsApp-Video). Achte darauf, wer dir online gegenübersitzt – im Zweifel lass dir die Identität bestätigen (Video-Call) und sei vorsichtig mit persönlichen Daten. Tipp: Am Anfang kann es sinnvoll sein, wenn ein Elternteil im Hintergrund mitbekommt, wie der Unterricht läuft. Klärt auch, wie die Bezahlung sicher erfolgen kann (z. B. Überweisung nach jeder Stunde).
Wenn du diese Punkte beachtest, bist du auf einem guten Weg, seriöse Nachhilfe zu finden. Im Zweifel gilt: Frag lieber einmal mehr nach oder bitte eine erwachsene Person um Rat (z.B. Eltern, Lehrer).
Tipps für Nachhilfe-Anbietende
Auch als Nachhilfelehrer:in solltest du ein paar Dinge beachten, damit deine Schüler:innen zufrieden sind und du erfolgreich hilfst:
- Profil & Qualifikation: Stelle deine Kenntnisse ehrlich dar. Gib in deinem Nachhilfe-Profil die Fächer an, in denen du wirklich fit bist, und erwähne gute Noten, Abschlüsse oder Erfahrungen. So finden dich passende Schüler:innen.
- Zuverlässigkeit: Melde dich schnell zurück, wenn dich jemand kontaktiert, und halte Absprachen ein. Pünktlichkeit und Verlässlichkeit sind das A und O – denk daran, Eltern vertrauen dir ihr Kind an.
- Kennenlern-Treffen: Biete nach Möglichkeit eine unverbindliche Probestunde an. Dabei können beide Seiten schauen, ob die Chemie stimmt und die Erwartungen zusammenpassen. Kläre beim Kennenlernen, wobei genau Hilfe gebraucht wird und welche Ziele der/die Schüler:in hat.
- Vorbereitung: Plane deine Unterrichtsstunden im Voraus. Überlege dir Übungen oder Beispiele, die zum Niveau deines Schülers passen. Ein individueller Lernplan zeigt Professionalität. Sei flexibel und passe dich dem Lerntempo an – jeder lernt anders schnell.
- Eltern einbeziehen: Bei minderjährigen Schüler:innen lohnt es sich, mit den Eltern in Kontakt zu bleiben. Berichte auf Wunsch kurz, wie die Stunden laufen, oder frag nach zusätzlichen Infos (z.B. über die letzten Schularbeiten). Eine offene Kommunikation schafft Vertrauen.
- Geduld & Feedback: Sei geduldig, auch wenn du etwas öfter erklären musst – Nachhilfe ist manchmal Wiederholung. Lobe Fortschritte und mach Mut, gerade wenn es Schwierigkeiten gibt. Ermuntere deine/n Schüler:in, jederzeit Fragen zu stellen.
- Professionalität: Bleib während der Stunde beim Thema und schaffe eine gute Lernatmosphäre (Handy lautlos, keine Unterbrechungen). Halte dich an vereinbarte Zeiten und sei konsequent, aber freundlich. Wenn etwas mal nicht klappt – z.B. die Chemie stimmt nicht oder du merkst, du kommst fachlich doch an deine Grenzen – sprich es offen an. Manchmal ist es besser, die Nachhilfe freundlich zu beenden oder jemanden anderen zu empfehlen, als es ewig unzufrieden weiterzuführen.
Mit diesen Tipps kannst du das Lernen effektiv gestalten – für deine Nachhilfeschüler:innen und für dich selbst. So macht Nachhilfe geben Spass und Sinn!