Psychische Gesundheit, was hilft dir?

  • Stress, Angst, Erschöpfung, Essdruck oder Selbstverletzung sind ernst zu nehmen.
  • Du musst nicht immer stark sein. Wenn es dir schlecht geht, darfst du Hilfe holen.
  • Bei Suizidgedanken: Bleib nicht allein. Ruf 147 (Sorgentelefon), 144 (Rettung), 117 (Polizei) oder 112 (internationaler Notruf) an.

Was bedeutet psychische Gesundheit? 

Psychische Gesundheit bedeutet: Es geht um deine Gedanken, Gefühle und darum, wie du mit Belastungen klarkommst. Es ist normal, dass du nicht jeden Tag gut drauf bist. Du kannst traurig, wütend, gestresst oder überfordert sein. Schwierig wird es, wenn dich diese Gefühle über längere Zeit stark belasten oder deinen Alltag bestimmen. Dann ist es wichtig, dass du nicht allein bleibst. 

Was hilft dir, psychisch gesund zu bleiben? 

Du kannst nicht alles kontrollieren, was dich stresst. Aber du kannst auf Dinge achten, die dir Halt geben und dir helfen, mit Belastungen besser umzugehen.

Genug schlafen

Schlaf hilft deinem Körper und deinem Kopf, sich zu erholen. Wenn du dauerhaft zu wenig schläfst, kann das Stress und Erschöpfung verstärken.

Regelmässig essen

Regelmässige Mahlzeiten und genug Flüssigkeit helfen dir, konzentriert und leistungsfähig zu bleiben. Dein Körper braucht Energie, besonders in stressigen Phasen.

In Bewegung bleiben

Bewegung kann helfen, Anspannung abzubauen und den Kopf freizubekommen. Du musst dafür keinen Leistungssport machen.

Handy-Pausen machen

Pausen ohne Handy können dir helfen, wirklich abzuschalten. Schon kurze bildschirmfreie Zeiten können wohltuend sein.

Kontakt halten

Sprich mit Menschen, denen du vertraust. Gute Kontakte können dir Halt geben und helfen, wenn dir etwas zu viel wird.

Druck reduzieren

Du musst nicht alles perfekt machen. Es ist okay, Fehler zu machen, Pausen zu brauchen und nicht immer alles zu schaffen.

Warnzeichen erkennen

Achte darauf, wie dein Körper und deine Stimmung auf Stress reagieren. Bauchweh, Kopfschmerzen, Schlafprobleme, Rückzug, Gereiztheit oder das Gefühl, dass dir alles zu viel wird, können Warnzeichen sein.

Was hilft dir, psychisch gesund zu bleiben? 

Du kannst nicht alles kontrollieren, was dich stresst. Aber du kannst auf Dinge achten, die dir Halt geben. 

Sinn & Wirkung  

Du hilfst einer Community vor Ort und sammelst echte Projekterfahrung – das macht sich auch im Lebenslauf bemerkbar.  

Kosten sind abgedeckt 

Reise, Unterkunft, Verpflegung/Tagessätze und Versicherung sind organisiert. Du bekommst zusätzlich ein Taschengeld. 

Sicherheit & Begleitung 

Verbindliche Versicherung, Mentoring und ein Trainings-/Evaluationszyklus (z. B. On-Arrival & Mid-Term). 

Inklusiv & zugänglich

Für junge Menschen mit weniger Chancen können zusätzliche Kosten (z. B. Unterstützung bei Behinderung) übernommen werden.  

Lernen & Sprachen 

Trainings & Online-Kurse (EU Academy), inkl. Online Language Support (OLS). 

Anerkennung deiner Skills

Du erhältst den Youthpass als offizielles Zertifikat für dein Lernen.  

Persönliche Entwicklung

Ein Leben in einem neuen Land macht dich selbstständiger, offener und stärkt wichtige Fähigkeiten für Beruf und Alltag

Was kannst du tun, wenn dir alles zu viel ist? 

Mach die Situation kleiner. Frag dich: Was muss heute wirklich sein? Was kann warten? Wer kann mir helfen? 
Sprich mit jemandem, dem du vertraust. Das kann eine Freundin, ein Freund, ein Elternteil, eine Lehrperson, die Schulsozialarbeit, eine Ärztin, ein Arzt oder eine Beratungsstelle sein. 
Du musst nicht zuerst beweisen, dass es dir «schlecht genug» geht. 

Angst kann dich schützen. Sie wird aber belastend, wenn sie sehr stark ist, immer wiederkommt oder dich im Alltag einschränkt. 
Zum Beispiel, wenn du wegen Angst nicht mehr zur Schule gehst, kaum schlafen kannst, Panik bekommst, dich stark zurückziehst oder bestimmte Situationen vermeidest. 
Dann ist Hilfe sinnvoll. Du kannst mit einer Fachperson darüber sprechen. Angststörungen sind behandelbar. 

Was ist, wenn du Angst hast? 

Was ist, wenn du dich depressiv oder erschöpft fühlst? 

Depression ist mehr als schlechte Laune. Warnzeichen können sein: 

  • Du fühlst dich lange leer, traurig oder hoffnungslos.  
  • Du bist sehr müde, obwohl du schläfst.  
  • Dinge, die dir früher wichtig waren, fühlen sich egal an.  
  • Du ziehst dich zurück.  
  • Du fühlst dich wertlos oder schuldig.  
  • Du hast Gedanken, nicht mehr leben zu wollen.  

Wenn du dich darin wiedererkennst, hol dir Hilfe. Du musst damit nicht allein fertigwerden. 

Was ist selbstverletzendes Verhalten? 

Selbstverletzendes Verhalten bedeutet, dass du dir absichtlich Schmerzen zufügst oder dich verletzt. Das kann passieren, wenn innere Anspannung, Wut, Angst oder Leere kaum auszuhalten sind. 
Das heisst nicht, dass du «komisch» bist. Es heisst, dass du gerade Unterstützung brauchst. 
Sprich mit jemandem. Wenn eine Verletzung stark blutet, tief ist, sich entzündet oder du dich nicht sicher fühlst, hol sofort medizinische Hilfe. 

Was ist, wenn Essen oder dein Körper dich stark stresst?

Wenn Essen, Gewicht oder Aussehen sehr viel Platz in deinem Kopf einnehmen, kann das belastend werden. 

Warnzeichen können sein: 

  • Du kontrollierst Essen ständig.  
  • Du hast Angst vor bestimmten Lebensmitteln.  
  • Du isst sehr wenig oder sehr viel.  
  • Du erbrichst absichtlich.  
  • Du machst extrem viel Sport, um Essen «auszugleichen».  
  • Du fühlst dich wegen deines Körpers wertlos.  

Hol dir Unterstützung, wenn du dich darin wiedererkennst. Essstörungen sind ernst und behandelbar. 

Was macht Social Media mit deinem Körperbild? 

Auf Social Media siehst du oft bearbeitete Bilder, perfekte Körper, perfekte Routinen und scheinbar perfekte Leben. Das kann Druck machen. 
Frag dich: Wie fühle ich mich nach dem Scrollen? Wenn dich ein Account schlecht, hässlich, dicker, schwächer oder weniger wert fühlen lässt, darfst du entfolgen. 
Dein Körper muss kein Projekt sein, das ständig verbessert werden muss. 

Wann kann Psychotherapie helfen? 

Psychotherapie kann dir helfen, wenn du mit Gedanken, Gefühlen oder Verhalten nicht mehr gut klarkommst. 

Zum Beispiel bei: 

  • Angst
  • Depression  
  • Essstörungen  
  • Selbstverletzung  
  • Suizidgedanken  
  • Stress und Überforderung  
  • belastenden Erlebnissen  
  • Konflikten in Familie, Schule, Lehre oder Beziehung  

Du musst nicht erst zusammenbrechen, bevor du Hilfe holen darfst. 

Wie kommst du in Liechtenstein zu psychotherapeutischer Hilfe? 

Ein guter erster Schritt ist eine Ärztin oder ein Arzt. Du kannst sagen: «Mir geht es psychisch nicht gut und ich brauche Unterstützung.» 
Du kannst auch bei einer Beratungsstelle starten. Wenn du nicht weisst, wohin, hilft dir 147 weiter. Auch find-help.li kann dir passende Unterstützungsangebote in Liechtenstein und der Region zeigen. 
Wichtig: In Liechtenstein können Leistungen der Psychotherapie über die obligatorische Krankenpflegeversicherung übernommen werden, wenn sie auf ärztliche Anordnung hin erbracht werden. 

Was bleibt vertraulich? 

Gesundheitsfachpersonen haben in Liechtenstein eine Verschwiegenheitspflicht. Das bedeutet: Sie dürfen persönliche Informationen nicht einfach weitererzählen. 
Es gibt aber Ausnahmen, zum Beispiel wenn eine gesetzliche Pflicht besteht oder wenn du selbst erlaubst, dass Informationen weitergegeben werden. 
Frag am Anfang eines Gesprächs: «Was bleibt vertraulich?» und «Wann müsst ihr etwas weitergeben?» Dann weisst du besser, woran du bist. 

Was ist, wenn du Suizidgedanken hast? 

Wenn du daran denkst, dir das Leben zu nehmen, nimm das ernst. Bleib nicht allein. 

Sag sofort jemandem, was los ist. Du kannst zum Beispiel sagen: «Ich habe Angst, dass ich mir etwas antue.» 

Hol sofort Hilfe 

  • 147, Beratung für Kinder und Jugendliche  
  • 144, Rettung 
  • 117, Landespolizei  
  • 112, europäischer Notruf  
  • 143, Dargebotene Hand  
  • +423 230 05 06, Kriseninterventionsteam KIT  

Wenn du akut in Gefahr bist: Ruf 144, 117 oder 112 an. 

Was kannst du tun, wenn du dir Sorgen um eine andere Person machst?

Nimm es ernst, wenn jemand sagt, dass er oder sie nicht mehr leben will, sich selbst verletzt oder keinen Ausweg sieht. 
Du musst die Person nicht allein retten. Bleib ruhig, hör zu und hol Hilfe. Wenn die Person akut gefährdet ist, ruf 144, 117 oder 112. 
Es ist besser, einmal zu viel Hilfe zu holen als einmal zu wenig. 

Wo bekommst du Hilfe?

147 

147 ist für Kinder und Jugendliche da. Du kannst anrufen, schreiben oder chatten. Das Angebot ist kostenlos und vertraulich. 

Ärztin oder Arzt 

Du kannst mit deiner Hausärztin, deinem Hausarzt, einer Kinderärztin oder einem Kinderarzt sprechen. Sag offen, dass es dir psychisch nicht gut geht. 

Schulsozialarbeit oder Vertrauensperson 

Wenn du zur Schule gehst oder in Ausbildung bist, kann auch die Schulsozialarbeit ein guter erster Schritt sein. 

Amt für Soziale Dienste 

Das Amt für Soziale Dienste bietet Beratung und Hilfe für Kinder, Jugendliche und Familien in Liechtenstein. 

Tipps kompakt

  • Sprich früh mit jemandem.  
  • Nimm deine Gefühle ernst.  
  • Schreib auf, was los ist, wenn Reden schwerfällt.  
  • Frag Fachpersonen nach Schweigepflicht.  
  • Ruf 147 an, wenn du nicht weisst, wohin.  
  • Bei akuter Gefahr: 144, 117 oder 112.  

FAQ

Bin ich schwach, wenn ich Hilfe brauche? 

Nein. Hilfe holen ist ein wichtiger Schritt, wenn du allein nicht weiterkommst.

Muss es mir sehr schlecht gehen, bevor ich Beratung nutzen darf? 

Nein. Du darfst dich auch melden, wenn du unsicher bist oder noch nicht genau weisst, was los ist.

Was sage ich, wenn ich nicht erklären kann, wie es mir geht?

Ein erster Satz reicht. Zum Beispiel: «Mir geht es nicht gut und ich brauche Hilfe.» Oder: «Ich habe Angst vor meinen eigenen Gedanken.» 

Kann Psychotherapie auch helfen, wenn ich keine Diagnose habe?

Ja. Du musst nicht schon wissen, was genau los ist. Psychotherapie kann helfen, deine Situation zu verstehen und neue Wege zu finden. 

Was mache ich, wenn ich mich selbst verletzt habe?

Versorge die Wunde und hol medizinische Hilfe, wenn sie tief ist, stark blutet, sich entzündet oder du dich unsicher fühlst. Sprich danach mit einer Fachperson über den Druck dahinter.

Was mache ich bei Suizidgedanken?

Bleib nicht allein. Ruf 147 an oder wende dich sofort an eine Vertrauensperson. Bei akuter Gefahr ruf 144, 117 oder 112.

Mirjam Schiffer

Mirjam Schiffer

Koordinatorin Jugendinfo, Projekte


Bei Fragen kannst du dich jederzeit bei unserer Mitarbeitenden melden.

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