Smartwatches entwickeln sich immer weiter und werden immer besser. Was sie bereits alles können, wie zuverlässig sie sind und worauf ihr beim Kauf achten solltet, erfahrt ihr in diesem Artikel.
Mehr als nur eine Uhr
Früher waren es simple Zeitanzeiger, die uns durch den Alltag begleiteten – heute sind es hochmoderne Smartwatches mit unzähligen Funktionen. Eine Smartwatch („schlaue Uhr“) kann weit mehr als nur die Uhrzeit auf verschiedenen digitalen Zifferblättern darstellen. Sie misst Puls, Schritte, Schlafqualität und vieles mehr. Gleichzeitig dient sie als verlängerter Arm des Smartphones, indem sie Benachrichtigungen, E-Mails oder das aktuelle Wetter anzeigt.
Besonders wertvoll ist die Sicherheitsfunktion vieler aktueller Modelle: Die automatische Sturzerkennung (bei Apple, Samsung oder Google) kann in prekären Situationen – etwa nach einem schweren Fahrradsturz – automatisch oder manuell einen Notruf absetzen und so Leben retten. Smartwatches sind also längst keine Spielerei mehr, sondern leistungsstarke Assistenten. Zudem sind sie durch austauschbare Armbänder viel anpassbarer als klassische Uhren und spiegeln oft den persönlichen Stil wider. Genau deshalb ist es wichtig, das richtige Modell für die eigenen Bedürfnisse zu finden.
Worauf du beim Kauf achten solltest
Besonders bei jungen Menschen gehören Geräte wie die Apple Watch Series 10, die Apple Watch Ultra 2 oder die Samsung Galaxy Watch 7 und Galaxy Watch Ultra zur Standardausrüstung. Doch beim Kauf gibt es Fallstricke:
- Kompatibilität ist alles: Das wichtigste Kriterium ist dein Smartphone. Hier hat sich die Technik gewandelt: Eine Apple Watch funktioniert ausschliesslich mit einem iPhone. Wer ein Android-Handy besitzt, kann eine Apple Watch nicht einmal einrichten. Umgekehrt laufen moderne Samsung Galaxy Watches oder die Google Pixel Watch 3 (beide mit dem Betriebssystem WearOS) am besten mit Android-Smartphones und sind nicht mit dem iPhone kompatibel.
- Design & Material: Das Spektrum ist riesig. Von eckig (Apple) bis rund (Samsung, Google, Garmin), von sportlichem Aluminium und Silikon bis hin zu elegantem Edelstahl oder robustem Titan. Hier entscheidet der persönliche Geschmack.
- Betriebssystem & Zweck: Die grossen Platzhirsche sind watchOS (Apple) und WearOS (Google). Beide bieten riesige App-Stores und smarte Funktionen. Wer die Uhr jedoch primär für intensiven Sport benötigt und weniger Wert auf Apps legt, sollte sich bei Garmin (z. B. Venu oder Fenix Serie) oder Fitbit umsehen. Diese „Fitnesstracker“ bieten oft eine deutlich längere Akkulaufzeit und tiefere Sportanalysen, auch wenn sie im Alltag etwas weniger „smart“ sind als Apple oder Samsung.
Generell gilt die Faustregel: Je teurer die Smartwatch, desto hochwertiger die Materialien (z. B. Saphirglas), desto genauer die Sensoren und desto umfangreicher die Features.
Bluetooth oder LTE-Version?
Viele Smartwatches werden in zwei Varianten angeboten: die günstigere „GPS / Bluetooth“-Version und die teurere „LTE / Cellular“-Version (ca. 100 CHF Aufpreis).
Der Unterschied: Mit der LTE-Version ist die Uhr dank eingebauter eSIM eigenständig. Du kannst Nachrichten schreiben, Musik streamen oder Anrufe tätigen, auch wenn dein Handy zu Hause liegt.
Dafür benötigst du jedoch eine Zusatzoption bei deinem Mobilfunkanbieter (MultiSIM/eSIM), die je nach Provider monatliche Kosten (oft zwischen 5 und 10 CHF, teils auch mehr) verursacht.
Fazit: Wer sein Handy ohnehin immer in der Hosentasche dabeihat, kann sich den Aufpreis für die LTE-Version und das monatliche Abo sparen.
Die Smartwatch als Messgerät
Moderne Uhren sind vollgestopft mit Sensoren – doch wie verlässlich sind diese?
Grenzen der Technik: Bei der Messung des Blutsauerstoffgehalts (SpO2) oder der genauen Schlafphasen (Tiefschlaf vs. REM) sind Smartwatches oft noch ungenau. Sie dienen hier eher als grober Richtwert („Wellness-Daten“) und ersetzen keine medizinischen Geräte. Wer den Verdacht auf eine Schlafapnoe oder Lungenkrankheit hat, sollte sich nicht allein auf die Uhr verlassen, sondern ein Schlaflabor aufsuchen.
EKG & Herzgesundheit: Viele aktuelle Modelle (Apple, Samsung, Fitbit, Withings) können ein medizinisch zertifiziertes EKG erstellen. Damit lässt sich Vorhofflimmern erkennen. Diese Funktion gilt als sehr zuverlässig und liefert Daten, die auch Ärztinnen und Ärzten bei der Diagnose helfen können.
Puls & Schlaf: Die Messung der Herzfrequenz ist mittlerweile sehr präzise. Auch die Schlafdauer wird meist korrekt erfasst.