Alternativen zu WhatsApp

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Jugendreporter Severin

Jugendteam-Autor/in

WhatsApp und seine neuen Nutzungsbedingungen: Was genau ändert sich?

In diesem Artikel fassen wir dir kurz zusammen, was sich mit den neuen Nutzungsbedingungen von WhatsApp ändert und zeigen dir die Top Alternativen.

Momentan sehen viele von uns die Meldung zu den neuen WhatsApp-Nutzungsbedingungen. Doch worum geht es dabei genau und warum sorgt das für so viel Aufsehen? Im Jahr 2014 kaufte der Grosskonzern Facebook WhatsApp auf, inklusive aller Nutzerdaten. Mit den neuen Nutzungsbedingungen stimmst du nun zu, dass WhatsApp viele deiner Daten an Facebook weitergeben darf, um gezielte Werbung zu schalten.

WICHTIG
In Liechtenstein ist die Situation etwas anders (wird unten erläutert).

Wenn du den Bedingungen bis zum 15. Mai (neues Datum) nicht zustimmst, kannst du WhatsApp, den derzeit beliebtesten Nachrichtendienst, nicht mehr nutzen. Zahlreiche Prominente, insbesondere in den USA, raten daher zu einem Wechsel zu Alternativen wie Signal oder Telegram.

Die Deadline wurde vom 8. Februar auf den 15. Mai 2021 verschoben, da WhatsApp angab, dass Falschinformationen über das neue Update verbreitet worden seien. Viele Nutzer sind bereits zu Konkurrenten wie Threema, Signal oder Telegram gewechselt, was WhatsApp vermeiden möchte.

Wirbel um neue WhatsApp-AGB

Doch ist dieser ganze Wirbel überhaupt gerechtfertigt? Grundsätzlich ja, denn WhatsApp in Kombination mit Facebook ist eine erhebliche Datenkrake. Aber für Europa gibt es Entwarnung: Dank der EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) darf WhatsApp diese Daten nicht an Facebook weitergeben. Für Europa gelten daher andere Nutzungsbedingungen als beispielsweise in den USA. Da Liechtenstein zum EWR gehört, gilt auch hier die DSGVO, sodass es für uns nichts zu befürchten gibt.

Was sich wirklich ändert

In der Schweiz, die kein EU/EWR-Staat ist, gilt ein anderes Datenschutzgesetz. Doch auch hier gibt es Entwarnung: Aus WhatsApp-Sicht gehört die Schweiz zur Region Europa, weshalb die gleichen Nutzungsbedingungen wie in Liechtenstein auch für die Schweiz gelten.

Der Aufruhr entstand, weil Facebook aufgrund seines schlechten Umgangs mit Daten in der Vergangenheit stark in der Kritik steht. Die neuen Nutzungsbedingungen haben diese Bedenken wieder entfacht, was sich auch an den steigenden Downloadzahlen von WhatsApp-Alternativen zeigt.

Alternativen zu WhatsApp

Falls du den neuen Nutzungsbedingungen dennoch nicht traust, findest du hier die besten Alternativen.

Aber:

Eine neue App bringt dir nur etwas, wenn auch deine Kontakte wechseln.

Im Gespräch mit dem Datenschutzexperten

Severin: Würdest du als WhatsApp-Nutzer zu einem anderen Nachrichtendienst wechseln?
Michael Valersi: Ja, ich habe dies bereits vor Jahren getan, nutze aber WhatsApp gelegentlich noch. Besonders stört mich der Zugriff auf mein Adressbuch und die unklare Kommunikation seitens WhatsApp über die Nutzung meiner Daten.

Severin: Wie stuft ihr Facebook ein?
Michael Valersi: Facebook, zu dem auch WhatsApp und Instagram gehören, verdient sein Geld mit personalisierter Werbung und analysiert dafür kontinuierlich die Nutzerdaten. Ich sehe das kritisch, weil mir meine Privatsphäre wichtig ist.

Severin: Was sind die Chancen und Risiken von Messenger-Diensten?
Michael Valersi: Messenger-Dienste bergen Risiken, da viele Kommunikations- und Metadaten preisgegeben werden. Auch wenn der Inhalt verschlüsselt ist, können diese Daten missbraucht werden. Datenschutzfreundliche Messenger bieten jedoch die Chance, kreativ zusammenzuarbeiten, insbesondere in Zeiten, in denen persönliche Treffen schwierig sind.

Top Alternativen zu WhatsApp


  1. Threema
    Ein Schweizer Unternehmen, das von der Softwareentwicklung bis zum Support alles in-house betreibt. Threema setzt auf Anonymität und speichert nur notwendige Daten für eine minimale Dauer. Alle Inhalte werden Ende-zu-Ende-verschlüsselt.



  2. Signal
    Ein Open-Source-Messenger, bei dem Sicherheit grossgeschrieben wird. Signal sammelt keine Daten und ermöglicht abhörsichere Telefonate. Allerdings unterliegt es dem CLOUD Act in den USA.



  3. Telegram
    Eine cloudbasierte, kostenlose Alternative, die jedoch nur bei aktivierter Ende-zu-Ende-Verschlüsselung maximale Sicherheit bietet. Telegram stand wegen der Nutzung durch rechtsextreme Gruppen in der Kritik.



  4. Wire
    Ein europäischer, werbefreier Messenger-Dienst mit Sitz in Deutschland. Wire legt grossen Wert auf den Schutz der Privatsphäre.



  5. Viber
    Ein Messenger, der Ende-zu-Ende-verschlüsselte Nachrichten bietet, aber personenbezogene Daten an Dritte weitergibt.


Zitat Threema-Sprecher Roman Flepp

«Threema hat ein traditionelles, ehrliches Geschäftsmodell, das nicht auf dem Sammeln und Monetarisieren von Kundendaten basiert. Wir verstehen nicht, warum man Hunderte Franken für ein Handy ausgibt, aber nicht bereit ist, ein paar Franken für sichere Software zu zahlen.»

nition der Open Source Initiative

Mirjam Schiffer

Mirjam Schiffer

Koordinatorin Jugendinfo, Projekte


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