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Kein Platz für Sexismus


Am 15. September 2021 fand die Auftaktveranstaltung zur überregionalen Dachkampagne „Kein Platz für Sexismus“ am Bahnhof ins Schaan statt.

 

«Hesch mega geili Brüscht – dörfi amol?», «Hey Schätzle, wohi gosch?», «Dich würd‘ ich gern mal f****!». Von Genf über Zürich in die Ostschweiz und nach Liechtenstein: Überall erleben Frauen – aber auch Männer – sexuelle Belästigung. Das bestätigt auch eine aktuelle Studie von Amnesty International Schweiz. Laut dieser hat mehr als die Hälfte aller befragten Frauen (59 Prozent) eine Belästigung in Form von unerwünschten Berührungen, Umarmungen oder Küssen erlebt. Weiter sehen sich Mehrheiten mit sexuell suggestiven Kommentaren und Witzen, mit einschüchterndem Anstarren, unangenehmen Avancen und aufdringlichen Sprüchen über den eigenen Körper konfrontiert. Ort des Geschehens? In den meisten Fällen die Strasse, der öffentliche Verkehr oder Bars und Clubs. Zudem haben 57 Prozent der unter 30-Jährigen bereits sexuell eindeutige Nachrichten auf Online-Kanälen erhalten, viele davon auch Fotos und Bilder.

 

Bilder: Tatjana Schnalzger & aha

Umfrage von infra und aha

In Liechtenstein gibt es keine Erhebung zu diesem Thema. Die infra musste 2020 jedoch einen markanten Anstieg (50% mehr als im 2019) an Beratungen zu Gewalt gegenüber Frauen (körperliche, sexuelle, psychische oder wirtschaftliche Gewalt) feststellen. Die vielen Beratungen zeigen deutlich, dass die «me too» Debatte auch in Liechtenstein angekommen ist und das Bedürfnis nach Information und Beratung gross ist. Die infra musste davon ausgehen, dass die Hemmschwelle für sexistisches Verhalten und sexuelle Belästigung in den letzten Jahren generell gesunken ist. Sie nahm deshalb mit dem aha Kontakt auf, da vermutlich junge Frauen ganz besonders davon betroffen sind, was diese auch bestätigten. Gemeinsam wollten die beiden Organisationen herausfinden, welche Art sexueller Belästigungen hier erfahren wird, welche sexistischen Sprüche sich Frauen (und seltener auch Männer) anhören müssen und an welchen Orten diese fallen. Sie lancierten dazu Ende Mai eine Umfrage. Um auch ein jüngeres Publikum zu erreichen, entschieden sie sich in Absprache mit einer Gruppe interessierter Jugendlicher und jungen Erwachsenen für eine Online-Umfrage. Diese wurde sowohl über klassische Medien (Liewo und RadioL) wie auch über die Webseiten der infra und des aha sowie über Online-Kanäle (Facebook & Instagram) gestreut. Bis Mitte Juli haben rund 200 Personen an der Umfrage teilgenommen.

Auch in Liechtenstein sind viele Personen (zum Grossteil Mädchen und Frauen) von sexistischer und sexueller Belästigung betroffen. Dies zeigen die Ergebnisse der Umfrage deutlich. Sexuelle Belästigung findet offenbar zu einem grossen Teil im öffentlichen Raum statt. Davon entfallen rund 25% auf den Ausgang. Zudem wurden auch 29% der Teilnehmenden schon auf der Strasse, im ÖV/Taxi, im Einkaufsgeschäft oder im Fitnessstudio belästigt oder bedrängt. Ein geringerer, aber nicht unerheblicher Anteil von 15% hat sexistische und sexuelle Belästigung im Internet erlebt.

Die Sprüche und Kommentare, die sich vor allem Frauen und Mädchen anhören müssen, sind schockierend.

 

Überregionale Dachkampagne

Auf der Basis dieser Umfrage entstand die Kampagne «Kein Platz für Sexismus», an der sich mittlerweile auch der Fachbereich Chancengleichheit, das kantonale Kompetenzzentrum Integration und Gleichstellung (KIG) St. Gallen sowie die Abteilung Chancengleichheit Appenzell Ausserrhoden beteiligen. Mit unterschiedlichen Massnahmen soll ein Zeichen gegen sexuelle Belästigung gesetzt werden. Sexuelle Verhaltensweisen, die tagtäglich passieren und nicht selten als «harmlos» und/oder «tolerierbar« eingestuft werden, sollen öffentlich sichtbar gemacht werden und zum Nachdenken anregen.

Plakatkampagne
Die überregionale Dachkampagne plant u. a. im Frühling 2022 eine breit angelegte Plakataktion in Liechtenstein, St. Gallen und Appenzell Ausserrhoden. Angelehnt an die internationale Bewegung der Catcalling-Accounts werden reale Sprüche und Kommentare auf Plakaten im öffentlichen Raum publiziert – dort, wo Frauen und Männer sie tagtäglich erleben. Mit der Aktion wird die Bevölkerung aufgefordert, hinzuschauen und sich dem Ausmass an sexueller Belästigung bewusst zu werden. Die Plakatkampagne soll zudem als Grundlage dienen, sich über gängige Geschlechterstereotypen und -hierarchien sowie gewaltbegünstigende Geschlechternormen zu unterhalten – und diese gemeinsam zu hinterfragen.
Sind solche Äusserungen wirklich «normal»? Welche Vorstellungen und Strukturen begünstigen ein solches Verhalten? Und was können wir als Individuen aber auch als Gesellschaft dagegen tun?

Gemeinsame Haltung und Empowerment
Nebst Sichtbarmachung, Sensibilisierung und Reflexion stehen für die Projektträgerinnen auch die Stärkung einer gemeinsamen Haltung in der Gesellschaft sowie das Empowerment betroffener Personen im Fokus. Gemeinsam soll ein Beitrag dazu geleistet werden, dass sich alle Menschen im öffentlichen Raum sicher und frei bewegen können – ohne Angst belästigt zu werden. Unterstrichen wird diese Botschaft mit dem eingängigen Kampagnen-Slogan «Mein Körper. Mein Raum. Mein Recht.»

Lokal organisiertes Rahmenprogramm
Im Rahmen dieser Kampagne sind verschiedene Informationsveranstaltungen und Workshops für unterschiedliche Zielgruppen geplant. Organisiert werden sie von verschiedenen Organisationen.

  • 22. September 2021                     Selbstbehauptungskurs für Mädchen
  • April 22                                          Selbstverteidigungskurs für Mädchen und junge Frauen
  • Juni 22                                           Informationsveranstaltung zum Thema Belästigung im öffentlichen Raum
  • August 22                                      Workshop zum Thema sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz
  • November 22                                Informationsveranstaltung zum Thema sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz

 

Bodenkleber-Aktion & Auftaktveranstaltung in Liechtenstein

Die Auftaktveranstaltung fand am 15. September am Busbahnhof in Schaan statt. Den Busbahnhof haben wir für unsere Auftaktveranstaltung ausgesucht, weil sexuelle Belästigung oft im ÖV und an den Haltestellen/am Bahnhof vorkommt. Auf Bodenklebern wurden die gesammelten Sprüche präsentiert, die komplett fehl am Platz sind. Sie sollen wie später auch die Plakate die Bevölkerung aufrütteln und zum Nachdenken anregen. Die Bodenkleber sind/waren am Busbahnhof in Schaan, am Lindaplatz (Schaan), in Bendern bei der Post und im Städtle Vaduz sichtbar.

Die Kleber erzählen eine Geschichte. Links lesen wir Ort und Zeit des Geschehens, dann den gefallenen Spruch, gefolgt von einem grossen Kreuz/X, das sagt: Das geht gar nicht!, dem Claim, der das Selbstbewusstsein stärken will «Mein Körper, Mein Raum, Mein Recht» und dem Kampagnenslogan «Kein Platz für Sexismus».

Neben den Bodenbklebern sind/waren zudem Clips der Kampagne auf den Screens in den Bussen zu sehen:

Anwesend waren neben der infra und dem aha auch die offene Jugendarbeit (OJA) und die Gruppe catcallsof.fl.

Die OJA bot vor Ort eine Spray-Aktion an, bei der sich Jugendliche und junge Erwachsene auf kreative Art und Weise mit dem Thema Sexismus und sexuelle Belästigung auseinandersetzen konnten. Eine «Chill-out Area» lud Jung und Alt dazu ein, in gemütlicher Atmosphäre miteinander ins Gespräch zu kommen. Im offenen Mädchen*treff Queens können sich Mädchen* verschiedenen Alters in einem freien, geschützten und zwanglosen Kontext treffen und austauschen. Zusätzlich gibt es verschiedene Angebote und Workshops mit geschlechterreflektiertem Zugang.

catcallsof.fl ist eine Initiative des Vereins Merkwürdig nach dem Vorbild @catcallsofny, die den Anstoss für eine weltweite Bewegung gegeben hat. Die Idee dahinter ist so simpel wie effektiv: Mit Strassenkreide sollen Erfahrungen und Erlebnisse mit Catcalling und anderen Formen von sexueller Belästigung im öffentlichen Raum platziert und so die Aufmerksamkeit, die Allgegenwärtigkeit und das Ausmass dieses Problems sichtbar gemacht werden. Diese Aktionen werden auch auf Plattformen wie Instagram gestellt und geteilt.

Zum Nachlesen/Nachhören

Vorträge


Kostenlose Vorträge für Klassen, Lernende und Jugendgruppen.

Komm ins aha!

Das aha – Tipps & Infos für junge Leute sammelt und vermittelt Infos zu allen jugendrelevanten Themen. Bei einem Kurzvortrag stellen wir das vielfältige Angebot vor. Idealerweise im Rahmen eines Ausflugs ins aha (Kirchstrasse 10, Vaduz) oder als Input im Rahmen einer Unterrichtsstunde.

Dauer: je nach Inhalt (45 Minuten), ab 12 Jahren

Kontakt: aha@aha.li

 

«ready4life»

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Genauere Infos: aha.li/ready4life

Kontakt: samantha@aha.li

Künstliche Intelligenz


Künstliche Intelligenz oder auch Artificial Intelligence

Was ist überhaupt Künstliche Intelligenz?

Die KI, einfach erklärt, ist der Versuch, menschliches Lernen und Denken auf den Computer zu übertragen und ihm damit Intelligenz zu verleihen. Statt für jeden Zweck programmiert zu werden, kann eine KI eigenständig Antworten finden und selbstständig Probleme lösen. Ziel der KI-Forschung ist es seit jeher, die Funktion unseres Gehirns und unseres Geists einerseits zu verstehen und andererseits künstlich nachbauen zu können. Der Traum von künstlicher Intelligenz ist älter als der Computer selbst – sei es Frankensteins Monster oder künstlich erschaffene Menschen wie der Homunculus.

Konzepte und Definitionen

Um im Themengebiet KI und Big Data mitreden zu können, ist es zunächst wichtig, zu verstehen, worüber überhaupt geredet wird. Denn oft werden verschiedene Begriffe ungenau, missverständlich oder sogar falsch gebraucht. Die folgende interaktive Mindmap stellt die wichtigsten Aspekte im Themenfeld anschaulich dar und bietet einen Überblick über die verschiedenen Definitionen.

Definitionen KI

Vor allem in der Science Fiction begegnete uns bisher der Begriff „künstliche Intelligenz“ und meint zumeist Roboter oder Computer, die selbstständig denken und handeln können. Ob im Guten, wie der Android „Data“ aus „Star Trek“ oder im Bösen wie der Computer HAL aus dem Film „2001: Odyssee im Weltraum“. Sie sind in der Kunst ein Mittel, um Fragen über uns selbst zu stellen: Was macht einen Menschen aus? Was ist Intelligenz?
Wenn wir in der heutigen Welt von KI sprechen, hat das jedoch wenig mit dem zu tun, was wir aus Filmen und Büchern kennen. Im echten Leben begegnen uns KIs nur versteckt. Beispielsweise wenn uns auf Amazon neue Produkte empfohlen werden, wenn Personen auf Foto automatisch erkannt werden oder wir mit „Alexa“ oder „Siri“ auf unserem Handy plaudern.

Was macht eine KI aus

Im Weiteren reden wir deshalb nur noch über schwache KI, da sie letztlich die einzige heute kommerziell relevante Form ist. Schwache KIs finden wir heute im Alltag in unseren Handys und Computern.

Was unterscheidet nun eine KI von einem simplen Programm? Üblicherweise schreibt ein*e Programmierer*in Codes in einer Sprache nach Wahl, die aus einem Satz an beliebig komplexen Anweisungen besteht:

Wenn dies - dann das: Wenn der User auf „Senden“ drückt, schicke die E-Mail an den Server X.

Ein solches System nennt man auch regelbasiert. Bei einer künstlichen Intelligenz gibt der/die Programmierer*in nun nicht jeden einzelnen Schritt vor, sondern schreibt einen Algorithmus, der selbstständig in der Lage ist, diese Schritte zu erstellen. Warum ist das wichtig? Weil bestimmt Probleme so kompliziert sind, dass es unmöglich ist, dafür einen Code zu schreiben.

Ein Beispiel dafür ist etwa die Bilderkennung, die in sozialen Medien wie Facebook benutzt wird: Kein*e Programmierer*in auf der Welt kann einen Satz an Anweisungen schreiben, der immer erkennt, wie ich aussehe, ganz gleich, ob das Foto nachts, am Strand oder im Auto aufgenommen wurde. In einem regelbasierten System wäre das vollkommen unmöglich, denn dazu müsste der/die Programmierer*in alle Fälle im vornherein kennen und mühsam eintippen.

Eine KI kennt auch nicht jedes Bild von mir, aber sie kann aus einer Anzahl an vorhandenen Bildern lernen, wie ich aussehe und diese Regel dann auf neue Bilder übertragen, um mich zu erkennen. Und das nicht nur mit mir, sondern mit Milliarden Gesichtern in Bruchteilen von Sekunden. Eine KI ist also in der Lage, mit bisher unbekannten Daten umzugehen, Muster zu finden oder Handlungen daraus abzuleiten. Sie lernt eigenständig aus den ihr vorliegenden Daten. Was sie lernt, wird dabei aber vom Menschen vorherbestimmt, indem dieser die KI gestaltet. Sie sind damit weitaus mächtiger als regelbasierte Systeme, da sie auf – im gewissen Rahmen – bisher unbekannte Situationen reagieren können und aus Erfahrung lernen.

Algorithmen arbeiten mit Klassifizierungen

Ein zentrales Merkmal von KI ist die Klassifizierung, das heisst die Zuordnung von einzelnen Daten zu bestimmten Gruppen. Diese Klassifizierungen können sinnvoll eingesetzt werden, beispielsweise durch die Verknüpfung einer Vielzahl von Vitaldaten, welche die frühzeitige Erkennung von Krankheiten ermöglichen. Klassifikationen sind jedoch insbesondere dann problematisch, wenn sie auf sogenannte Human-Daten angewendet werden, also Daten, die im Zusammenhang mit einer bestimmten Person stehen. Diese Daten spiegeln unsere aktuelle Realität wider, die geprägt ist von diskriminierenden Machtstrukturen, Vorurteilen und Ungerechtigkeit. Auf Basis dieser Daten reproduzieren die Systeme fast zwangsläufig gesellschaftliche Diskriminierungsstrukturen, Rassismus, Sexismus, Klassismus (soziale Herkunft, sozial/ökonomische Position innerhalb der Gesellschaft), Ableismus (nicht behindertenfeindlich), Vorurteile und Machtstrukturen.

Wenn ein Algorithmus und eine darauf basierende Technologie also nur so objektiv sind, wie die Wissenschaftler*innen, die sie mitentwickelt haben, können sich für diskriminierte Gruppen oder Individuen durch die Verwendung der Technologien leicht gesellschaftliche Türen öffnen oder schliessen. Die folgenden Beispiele sollen die diskriminierende Verwendung von KI veranschaulichen.

Diskriminierung bei der Gesichtserkennung

Technologien zur Gesichtserkennung (englisch: Facial Recognition) finden heutzutage breite Anwendung. Gesichtserkennung ist nicht nur als personalisierendes Feature in Smartphones oder zur Erkennung von Freund*innen auf Social Media präsent, sondern wird auch zur Strafverfolgung angewandt. Gleichzeitig ist sie ein gutes Beispiel für ein Tool, mit dem grosse Gefahren verbunden sind, und zwar vor allem wieder in Bezug auf an den Rand der Gesellschaft gedrängte Bevölkerungsgruppen.

Gesichtserkennungstechnologien sind unter anderem erwiesenermassen weniger erfolgreich bei Schwarzen und weiblichen Menschen, da in den Datenbanken, mit denen die Systeme trainiert wurden, überwiegend Bilder von Männern mit heller Hautfarbe enthalten waren und deshalb bei der Gesichtserkennung anderer Gruppen schlechter funktionieren. Dies kann und wird im schlimmsten Fall dazu führen, dass Benachteiligte fälschlicherweise für Straftaten verurteilt werden, da der Algorithmus bei ihnen mit grösserer Wahrscheinlichkeit falsch liegt.

Diskriminierung auf dem Arbeitsmarkt

Bei der Auswahl von Bewerber*innen greifen manche Unternehmen auf algorithmische Entscheidungssysteme, die Bewerbungsprofile nach bestimmten Qualifikationen und Schlagwörter durchsuchen und somit eine Vorauswahl treffen. Der Auswahlprozess soll dadurch effizienter nach klar definierten Kriterien verlaufen. Subjektiv empfundene Meinungen der Personalmanager*innen haben dadurch keinen Einfluss mehr – könnte man meinen.

Die Daten jedoch, die als Grundlage für den Auswahlprozess bereitgestellt werden, sind in der Regel verzerrt. Sind beispielsweise Frauen im Unternehmen bereits in der Vergangenheit benachteiligt worden, spiegelt sich das im Datensatz wider. Ein Algorithmus verknüpft anhand der Daten das Geschlecht mit einer niedrigeren Erfolgswahrscheinlichkeit und trägt das Vorurteil somit weiter. Dieser Fall wurde unter anderem bei dem Unternehmen Amazon bekannt, welches anhand verzerrter Daten jahrelang Männer für den technologischen Bereich bei der Stellenvergabe bevorzugte.

Eine Frage der Ethik

Generell gilt: Je komplexer die Entscheidungen sind, die an KI-gesteuerte Systeme delegiert werden, umso schwieriger werden auch die damit zusammenhängenden ethischen Fragestellungen. In Bezug auf selbstfahrende Autos beispielsweise muss früher oder später eine Antwort darauf gefunden werden, ob in einer unvermeidlichen Unfallsituation mögliche Opfer anhand persönlicher Merkmale wie Alter oder Geschlecht bewertet werden dürfen.

Die Machine-Learning-Systeme treffen hierdurch, wie auch im Bereich autonomer Waffensysteme, im Zweifelsfall also Entscheidungen über Leben oder Tod. Es liegt auf der Hand, dass hier ein umfangreicher gesellschaftlicher Diskurs nötig ist. Künstliche Intelligenz, Algorithmen, Big Data und alles, was dazugehört, prägen unsere Zeit wie kaum eine andere Entwicklung. Einige Forscher*innen und Wissenschaftler*innen sprechen daher von einer vierten industriellen Revolution, „die unsere Art zu leben, zu arbeiten und miteinander umzugehen grundlegend verändern wird“.

Fazit

Ohne Kenntnisse über die Mechanismen hinter der Verwendung von algorithmischen Entscheidungssystemen wird es nicht möglich sein, diese gesellschaftlichen Prozesse zu verstehen und kritisch bewerten zu können.

Kennst du Sophia schon?

Sophia ist eine künstliche Intelligenz: Der, laut Hersteller, menschlichste Roboter der Welt soll jetzt viele Geschwister bekommen und in Serie gehen. Sophia ist mittlerweile schon eine Celebrity-Grösse. Denn sie hatte bereits ein „Date“ mit Will Smith, redete schon mit Angela Merkel und plauderte mit Jimmy Fallon in seiner Talkshow. Von Saudi Arabien wurde ihr sogar die Staatsbürgerschaft verliehen.

Entwickelt wurde Sophia von David Hanson. Diese künstliche Intelligenz ist laut Firmen-Beschreibung „die am meisten menschliche von allen“. Für „Hanson Robotics“, einer Firma mit Sitz in Hong Kong, ist Sophia auch ein Experimentierfeld dafür, was AI (also Artificial Intelligence) alles können soll. Für die Gesichtszüge von Sophia hatte sie zwei der ganz grossen Frauen der Geschichte als Vorbild: die ägyptische Königin Nefertiti und die grosse Hollywood-Ikone Audrey Hepburn (1929 bis 1993). Jetzt hat die Firma angekündigt den Prototypen Sophia in Serie zu schicken und ihn für Haushalte weltweit zu produzieren.

Quellen:

Finanzierungsmöglichkeiten für Jugendprojekte (Das liebe Geld)


Die Fördertöpfe der beiden EU-Jugendprogramme sind frisch gefüllt und auch auf regionaler Ebene gibt es finanzielle und ideelle Unterstützung für Ideen von und mit Jugendlichen – von der kleinen lokalen Initiative bis zum grossen grenzüberschreitenden Kooperationsprojekt.

Virginie Meusburger-Cavassino vom aha Liechtenstein und Veronika Drexel vom aha Vorarlberg stellten während der diesjährigen (Online) Infostunde „Das liebe Geld“ anhand von konkreten Beispielen die EU-Programme ERASMUS+ und EUROPÄISCHES SOLIDARITÄTSKORPS sowie einige Vorarlberger und Liechtensteiner Fördertöpfe für Jugendprojekte vor.

Wo gibt es in Liechtenstein Förderungen für eure Projekte?

In Liechtenstein haben Jugendliche und junge Erwachsene verschiedene Möglichkeiten finanzielle Unterstützung für ihre Projekte zu erhalten. Hier haben wir sie für euch zusammengestellt:

Kinder- und Jugendbeirat Liechtenstein (kijub)

Der Kinder- und Jugendbeirat unterstützt Jugendpartizipationsprojekte in Liechtenstein mit bis zu CHF 5’000.00 Das heisst, wenn ihr mehrere Jugendliche bis 18 Jahren seid, die eine Idee für ein Projekt habt, könnt ihr euch beim kijub melden.

Auch Erwachsene, die ein Projekt machen wollen, durch welche die Partizipation von Kindern und Jugendlichen in Liechtenstein gefördert wird, können beim kijub um Gelder ansuchen. 

Entweder gleich den Antrag für eine Förderung ausfüllen und bis spätestens 8 Wochen vor Beginn der Aktivität beim kijub einreichen oder erst mal eine Anfrage beim kijub machen: www.kijub.li

Erasmus+

Das EU-Programm Erasmus+ unterstützt Projekte im Bereich Jugendbegegnung, Jugendarbeitermobilität, Jugendpartizipation und Kooperationspartnerschaften. Informationen dazu findest du im aha Liechtenstein, direkt in Vaduz, Tel. 239 91 15 und auf www.aha.li

Europäisches Solidaritätskorps (ESK)

Das EU-Programm ESK unterstützt Projekte im Bereich Freiwillige Einsätze und Solidaritätsprojekte. Informationen dazu findest du im aha Liechtenstein, direkt in Vaduz, Tel. 239 91 15 und auf www.aha.li

Kleinprojektefonds der Internationalen Bodenseekonferenz (IBK)

  • IBK-Begegnungsprojekte: kleine Projekte, die mit bis zu EUR 2‘500.00 aus dem IBK-Budget gefördert werden.
  • Interregionale Kleinprojekte: Kleinprojekte, die auf langfristige Kooperationen abzielen, ein konkretes Ergebnis mit Mehrwert für die Region erbringen und mit bis zu EUR 25‘000.00 aus dem Interregional-Programm gefördert werden.

Die IBK-Jury entscheidet dreimal im Jahr über die Fördermittelvergabe. Euer Antrag muss jeweils bis zur Einreichfrist mit Unterschrift aller Projektpartner auf dem Postweg bei der IBK eingegangen sein. Mehr Informationen dazu findest du unter: www.bodenseekonferenz.org

Amt für soziale Dienste / Regierung

Gemäss der Verordnung vom 22. September 2009 über die Ausrichtung von Beiträgen im Rahmen der Kinder- und Jugendförderung (Kinder- und Jugendförderungs-Beitragsverordnung; KJFBV), können via ASD folgende Förderungen beantragt werden:

Jugendleiterurlaub

Im Rahmen der Förderung von Jugendleiterurlaub können Jugendlichen ab 16 Jahren und Erwachsenen, die im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit ehrenamtlich Tätigkeiten ausüben, auf Antrag Anerkennungsbeiträge ausgerichtet werden. Es wird zwischen Jugendleiterurlaub Sport und den weiteren Tätigkeiten unterschieden.

Projektförderung

Förderungsberechtigte erhalten nach Art. 80 des Gesetzes für einzelne Aktivitäten und Veranstaltungen im Rahmen der Kinder- und Jugendarbeit auf Antrag Einzelbeiträge.

Jahresbeiträge

Förderungsberechtigten, die eine kontinuierliche Tätigkeit in der Kinder- und Jugendarbeit ausüben, können auf Antrag Jahresbeiträge ausgerichtet werden.

Förderung ehrenamtlicher Tätigkeit

Ehrenamtlich tätigen Personen, die sich auf die Übernahme von Leitungs- und Betreuungsfunktionen im Rahmen der Kinder- und Jugendarbeit vorbereiten oder bereits eine solche Funktion ausüben, können auf Antrag Fortbildungsbeiträge ausgerichtet werden.

Förderung von Praktikums- und Ausbildungsplätzen

Förderungsberechtigte, die in der Kinder- und Jugendarbeit tätig sind, können für die Bereitstellung von Praktikums- und Ausbildungsplätzen auf Antrag Praktikums- und Ausbildungsbeiträge ausgerichtet werden.

Förderungen über Stiftungen und Vereine

Es gibt verschiedene Stiftungen in Liechtenstein, welche Projekte aus dem Jugendbereich unterstützen. Wie zum Beispiel: www.aha.li/rokj

Gemeindebeiträge

Auf Anfrage gibt es Projektförderungsmittel für Jugendprojekte.

Präsentation und Unterlagen

Präsentation Förderung für Jugendprojekte

Infoflyer Förderungen für Jugendprojekte


WICHTIG: Die Informationen wurden vom aha zusammengetragen. Für Richtigkeit (Änderungen) und Vollständigkeit übernimmt das aha keine Gewähr. Die Auflistung der Informationen erfolgt ohne Wertung. Stand: April 2021


 

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